Die besten Ersatzbürsten für iRobot Roomba: Gummibürsten richtig auswählen

Wenn ein Roomba plötzlich Krümel liegen lässt, an Teppichkanten hängen bleibt oder beim Saugen lauter wird, liegt die Ursache fast nie am Motor – sondern an der Walze darunter. Bürsten sind das Verschleißteil, das am direktesten auf das Reinigungsergebnis durchschlägt. Bei iRobot kommt eine Besonderheit dazu: Je nach Baujahr steckt in Ihrem Roomba entweder eine klassische Borstenwalze mit Klopfbürste oder ein Paar gegenläufiger Gummibürsten – und diese Systeme sind untereinander nicht tauschbar. Dieser Ratgeber zeigt, welche Bürste zu Ihrem Modell gehört, wann sich Nachbau lohnt und wie die Versorgungslage nach der iRobot-Insolvenz aussieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Roomba nutzt zwei völlig verschiedene Bürstensysteme: Borstenwalze + Klopfbürste (Serien 500/600/700, „AeroVac“) und zwei gegenläufige Gummibürsten (ab Serie 800/900 „AeroForce“ sowie e-, i-, j- und s-Serie).
  • Das Original für e-, i-, j-Serie und Roomba Combo heißt „Zwei Gummibürsten für alle Böden“, Artikelnummer 4624870, 34,99 € bei iRobot. Die s-Serie braucht die 30 % breitere Variante 4655987 (39,99 €).
  • Achtung Falle: Roomba Combo Essential und die 105er-Reihe laufen wieder mit einer einfachen Borstenbürste – die Gummibürsten passen dort nicht.
  • Bei Bürsten ist Drittanbieter-Zubehör eine legitime Empfehlung. Kompatible Gummibürsten-Sets kosten oft die Hälfte, das Bauteil ist rein mechanisch, ohne Elektronik.
  • iRobot hat am 15.12.2025 Insolvenz angemeldet und wurde von Picea Robotics übernommen. Der Ersatzteilvertrieb läuft weiter – Drittanbieter sind hier trotzdem ein Sicherheitsnetz.

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Warum Roomba-Bürsten regelmäßig getauscht werden müssen

Die Hauptbürste ist das einzige Bauteil, das dauerhaft Kontakt zum Boden hat. Sie kämmt Staub aus Teppichfasern, wirbelt Schmutz auf und schiebt ihn in den Saugkanal. Alles, was diesen Kontakt verschlechtert, kostet direkt Reinigungsleistung.

Bei den Gummibürsten der neueren Serien passiert der Verschleiß langsam und unauffällig: Die Lamellen aus Elastomer werden härter, verlieren Rückstellkraft und legen sich nicht mehr sauber an unebene Böden an. Sichtbar wird das erst spät – meist merken Nutzer nur, dass auf Teppich mehr liegen bleibt als früher. Häufiger als echter Materialverschleiß ist allerdings das Problem an den Enden: Haare wickeln sich um die Achszapfen und die Lagerkappen. Der Antrieb muss dann gegen einen Widerstand arbeiten, der Motor zieht mehr Strom, der Roboter wird lauter und die Akkulaufzeit sinkt. Genau deshalb lohnt es sich, die Walzenenden regelmäßig freizulegen – mehr dazu in unserem Ratgeber zum Entfernen von Haaren aus der Bürste.

Bei den Borstenwalzen der älteren 500er-, 600er- und 700er-Modelle ist der Verschleiß deutlicher zu sehen: Die Borstenbüschel spreizen sich auf, werden kürzer und stellen sich nicht mehr auf. Dazu kommt die Klopfbürste, ein Gummiprofil ohne Borsten, das den Teppich aufschlägt. Nutzt sich deren Profil ab, sinkt die Tiefenwirkung im Teppich spürbar.

Was passiert, wenn man gar nichts tut: Erst lässt die Aufnahme feiner Partikel nach, dann bleiben sichtbare Krümel liegen. Verfilzte Haare an den Lagern erzeugen Reibungswärme und Gerüche, weil sich in dem Wollknäuel Feuchtigkeit und Feinstaub sammeln. Im Extremfall gibt der Bürstenmotor eine Fehlermeldung aus, weil er blockiert – ein Schaden, der teurer ist als jede Ersatzbürste. Eine kompakte Übersicht aller Wartungspunkte finden Sie in unserem Wartungsplan für Saugroboter.

Die passende Bürste für Ihren Roomba – Modell-Kompatibilität

iRobot hat das Bürstensystem im Laufe der Jahre zweimal grundlegend geändert. Wer die Serien nicht auseinanderhält, bestellt garantiert das falsche Teil.

  • Serien 500, 600, 700 (AeroVac): eine Borstenwalze plus eine Klopfbürste aus Gummi. Der Original-Nachfüllpack für die 600er-Serie (Artikelnummer 4501352, 39,99 €) enthält genau diese Kombination plus drei AeroVac-Filter und eine Kantenbürste.
  • Serien 800 und 900 (AeroForce): hier hat iRobot auf zwei gegenläufige Gummiwalzen umgestellt, die sogenannten Extraktoren. Der Nachfüllsatz 4415866 enthält einen Satz Multi-Surface-Gummibürsten, zwei Seitenbürsten und drei AeroForce-Filter.
  • e-, i- und j-Serie sowie Roomba Combo (inkl. Combo 10 Max): „Zwei Gummibürsten für alle Böden“, Artikelnummer 4624870, 34,99 €. Eine Bürste löst den Schmutz, die zweite dreht gegenläufig und schiebt ihn in den Kanal.
  • s-Serie (s9, s9+): eigene, rund 30 % breitere Gummibürsten, Artikelnummer 4655987, 39,99 €. Ein Satz besteht aus einer hell- und einer dunkelgrünen Walze. Diese passen ausschließlich in die s-Serie.
  • Roomba 705, 715, 775 (aktuelle Max-700-Reihe): „Verhedderungsfreie Doppel-Gummibürsten“, Artikelnummer 4849905, 26,99 €.
  • Roomba Combo Plus 405 und 505 sowie 205 DustCompactor: eine einzelne Gummibürste, Artikelnummer 4849902, 18,99 €.
  • Roomba Combo Essential und 105er-Reihe: Hier ist iRobot bei den Einstiegsgeräten zur einfachen rotierenden Borstenbürste zurückgekehrt. Die Gummibürsten der i-/j-Serie passen ausdrücklich nicht.

Der 10-Sekunden-Check: Drehen Sie den Roboter um. Die Modellbezeichnung steht auf dem Typenschild auf der Unterseite, meist neben dem Akkufach – dort finden Sie eine Nummer wie „i7150″, „j715840″ oder „s9″. Alternativ zeigt die iRobot-App unter Roboter-Einstellungen → Roboterinformationen Modell und Seriennummer. Danach genügt ein Blick auf die Walze selbst: Sehen Sie zwei gleich lange Gummiwalzen nebeneinander, brauchen Sie ein Gummibürsten-Paar. Sehen Sie eine borstige Walze plus eine glatte Gummiwalze, ist es das alte AeroVac-System. Sehen Sie nur eine einzelne Walze, handelt es sich um ein Einstiegs- oder Combo-Modell mit Einzelbürste. Welches Gerät hinter welcher Serienbezeichnung steckt, ordnen wir im Roomba-Modellvergleich ein.

Nach der Insolvenz: Wie sicher ist die Roomba-Ersatzteilversorgung?

Das gehört offen gesagt, weil es die Kaufentscheidung beeinflusst: iRobot hat am 15. Dezember 2025 in den USA Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Übernommen wurde das Unternehmen von Picea Robotics, einem der größten Auftragsfertiger für Saugroboter weltweit und seit 2023 ohnehin iRobots wichtigster Produktionspartner. Der Deal wurde Ende Januar 2026 abgeschlossen. Das Geschäft läuft weiter, die Produktentwicklung bleibt bei den bestehenden US-Teams, der Vertrieb in Deutschland und Österreich läuft weiter über die etablierte Distribution.

Praktisch heißt das: Wer heute einen Roomba besitzt, bekommt Originalbürsten weiterhin – im iRobot-Shop, im Handel und über Amazon. Kein Grund zur Panik, kein Grund, das Gerät vorzeitig zu ersetzen.

Ehrlich ist aber auch: Die langfristige Versorgungslage ist bei iRobot heute weniger berechenbar als bei Roborock oder Dreame, die als gesunde Hersteller mit wachsendem Sortiment im Markt stehen. Sortimente werden nach Übernahmen typischerweise gestrafft, und ältere Serien fallen zuerst raus. Genau an dieser Stelle wird Drittanbieter-Zubehör vom Sparargument zum Versorgungsargument: Kompatible Gummibürsten für die i-/j-Serie werden von zahlreichen Anbietern gefertigt und bleiben verfügbar, unabhängig davon, wie der Hersteller sein Ersatzteilprogramm sortiert. Allein bei einem einzigen deutschen Zubehörhändler stehen rund 126 kompatible Artikel für iRobot-Modelle im Regal. Wer einen älteren Roomba der 600er- oder 800er-Serie fährt, fährt mit Nachbauteilen sogar planbarer als mit dem Original.

Original oder Nachbau? Der ehrliche Vergleich

Bei Bürsten ist die Antwort klar: Nachbau ist hier eine echte Option. Eine Gummiwalze ist ein rein mechanisches Bauteil ohne Elektronik, ohne Sensor, ohne Firmware-Kontakt. Sie kann nicht „falsch erkannt“ werden, sie kann nur passen oder nicht passen. Die Grundsatzfrage haben wir im Detail im Artikel Original oder Nachbau aufgearbeitet.

Kriterium Original Nachbau
Preis pro Bürstenpaar ca. 27–40 € (4624870: 34,99 €) ca. 12–20 €, im Set mit Filtern und Seitenbürsten oft günstiger
Passform garantiert, inklusive Lagerkappen bei etablierten Anbietern gut; Billigware kann an den Achszapfen Spiel haben
Gummihärte / Standzeit konstant, definierte Materialgüte schwankt je nach Anbieter; gute Sets halten vergleichbar lang
Verfügbarkeit alter Serien nach der Übernahme mittelfristig unsicher breit und herstellerunabhängig, auch für 600er/800er
Risiko fürs Gerät keins gering – rein mechanisches Teil ohne Elektronik

Zur Abgrenzung, weil es oft durcheinandergeht: Diese Empfehlung gilt für Bürsten, Filter, Wischpads und Staubbeutel. Bei Akkus, Sensoren und Elektronikmodulen raten wir dagegen konsequent zum Original – dort sind Ausfälle und im schlimmsten Fall Folgeschäden an der Elektronik dokumentiert, und die Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum Risiko.

Grundsätzlich lohnt auch der Blick auf das System selbst: Ob Gummi oder Borste die bessere Wahl ist, hängt vom Bodenbelag und von der Haarmenge im Haushalt ab – die Abwägung finden Sie unter Gummibürste oder Borstenbürste.

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Das Vorteilspack für alle, die ihren Roomba noch mehrere Jahre fahren wollen: Gummibürsten-Paar plus Verschleißteile in einem Kauf, deutlich günstiger als einzeln – und unabhängig davon, wie sich das Original-Sortiment nach der Übernahme entwickelt.

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Bürsten wechseln in der Praxis – Schritt für Schritt

  1. Roboter ausschalten und umdrehen. Bei Modellen mit Absaugstation vorher vom Dock nehmen.
  2. Die gelbe oder graue Bürstenabdeckung an den beiden seitlichen Laschen nach oben ziehen. Sie rastet spürbar aus.
  3. Beide Walzen an den Enden greifen und nach oben herausheben. Die farbigen Lagerkappen bleiben oft in der Aufnahme stecken – merken Sie sich, welche Kappe zu welcher Walze gehört.
  4. Aufnahmen und Achszapfen mit einem trockenen Tuch von Haaren und Staub befreien. Hier sitzt der eigentliche Übeltäter bei erhöhtem Motorgeräusch.
  5. Neue Walzen mit den Lagerkappen bestücken und einsetzen. Die Vierkant-Antriebsseite gehört auf die Getriebeseite – die Walzen lassen sich nur richtig herum vollständig einlegen.
  6. Abdeckung wieder aufsetzen und beidseitig hörbar einrasten lassen. Eine nicht eingerastete Abdeckung ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass ein Roomba anschließend schlecht saugt oder die Station nicht mehr korrekt absaugt.

Reinigungstipp für zwischendurch: Alle zwei Wochen die Walzenenden freilegen. Aufgewickelte Haare am besten mit einer kleinen Schere längs zur Walze aufschneiden und abziehen – nicht quer schneiden, das beschädigt die Gummilamellen. Das mitgelieferte Reinigungswerkzeug mit der integrierten Klinge macht genau das. Fünf Minuten alle zwei Wochen verlängern die Lebensdauer eines Bürstenpaars deutlich.

Häufige Fehler beim Bürstenkauf

  • Serie mit Modellnummer verwechselt. „i7″ und „705″ klingen ähnlich unspezifisch – die Bürsten sind es nicht. Immer die Serie prüfen, nicht die dreistellige Zahl raten.
  • s-Serie mit i-/j-Bürsten bestellt. Die s9-Walzen sind rund 30 % breiter. Sie passen physisch nicht.
  • Combo Essential und 105 falsch eingeordnet. Diese Einstiegsgeräte laufen mit einer Borstenbürste, nicht mit dem Gummibürsten-Paar.
  • Nur eine Walze getauscht. Die beiden Gummiwalzen arbeiten gegenläufig als Paar. Eine neue neben einer abgenutzten liefert ein unrundes Ergebnis – immer im Satz wechseln.
  • Lagerkappen weggeworfen. Viele Nachbau-Sets liefern die farbigen Endkappen nicht mit. Alte aufheben und umstecken.
  • Extremes Großgebinde gekauft. 20er-Packs klingen günstig, aber Gummi altert auch ungenutzt. Zwei bis drei Sätze Vorrat reichen.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich die Roomba-Bürsten wechseln?

iRobot veröffentlicht für seine Bürsten kein sauber quantifiziertes Austauschintervall – diese Datenlücke benennen wir bewusst, statt eine Zahl zu erfinden. Als Orientierung dient die einzige klar quantifizierte Herstellerangabe der Branche, das Roborock-S8-Handbuch: Hauptbürste alle zwei Wochen reinigen, nach 6–12 Monaten tauschen; Seitenbürste monatlich reinigen, nach 3–6 Monaten tauschen. Diese Werte sind auf Roomba übertragbar, weil die Bauteile technisch vergleichbar sind – sie sind aber ausdrücklich keine iRobot-Angabe. Deutsche Zubehörhändler nennen für Roomba-Hauptbürsten praxisnah dieselbe Spanne von 6 bis 12 Monaten.

Kann ich Roomba-Gummibürsten waschen?

Abwischen ja, einweichen nein. Ein feuchtes Tuch entfernt Staubfilm von den Lamellen. Die Enden mit den Lagerkappen sollten trocken bleiben, weil Restfeuchte dort Haare und Staub zu einer zähen Schicht verklebt und die Lager schwergängig macht.

Warum ist mein Roomba nach dem Bürstenwechsel lauter?

In den allermeisten Fällen sitzt die Bürstenabdeckung nicht sauber ein. Sie muss auf beiden Seiten hörbar einrasten. Zweithäufigste Ursache: eine Walze wurde ohne oder mit vertauschter Lagerkappe eingesetzt und läuft leicht schief.

Lohnt sich ein Bürstenwechsel bei einem alten Roomba 600 überhaupt noch?

Wirtschaftlich ja, solange Akku und Motoren gesund sind. Ein kompatibles Set aus Borstenbürste, Klopfbürste, Seitenbürste und Filtern kostet weniger als ein Fünftel eines neuen Einstiegsgeräts. Wie sich die Verschleißteilkosten über die Jahre summieren, rechnen wir in unserem Beitrag zu den Folgekosten von Saugrobotern vor.

Fazit: unsere Empfehlung

Für die e-, i- und j-Serie sowie Roomba Combo ist das Original-Gummibürstenpaar 4624870 die entspannteste Lösung: eine Artikelnummer, garantierte Passform, keine Fehlkäufe. Wer den Roboter täglich laufen lässt oder mehrere Haustiere im Haushalt hat, fährt mit einem kompatiblen Komplett-Set aus Gummibürsten, Seitenbürsten und Filtern spürbar günstiger – und bei Bürsten ist Nachbau technisch unbedenklich, weil kein einziges elektronisches Bauteil beteiligt ist.

Zwei Dinge sollten Sie mitnehmen. Erstens: Prüfen Sie vor jeder Bestellung die Serie, nicht die Modellnummer – Borstensystem und Gummibürstensystem sind bei Roomba nicht kompatibel, und die aktuellen Einstiegsmodelle sind zur Borste zurückgekehrt. Zweitens: Die Insolvenz von iRobot und die Übernahme durch Picea Robotics sind kein Grund zur Aufregung, aber ein guter Grund, sich beim Verschleißmaterial nicht ausschließlich auf den Hersteller zu verlassen. Ein Vorrat von zwei Bürstensätzen und die Gewissheit, dass kompatible Ware herstellerunabhängig weiterproduziert wird, halten Ihren Roomba noch Jahre am Laufen.

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