Die X-Serie ist Ecovacs‘ Schaufenster: Was hier zuerst erscheint, landet ein bis zwei Jahre später in der T-Serie. Aktuell laufen in Deutschland vier X-Modelle parallel – X8 Pro Omni, X9 Pro Omni, X11 OmniCyclone und der 2026 gestartete X12 OmniCyclone. Sie unterscheiden sich in Wischwalze, Stationskonzept und Sensorik erheblich, und die Preise haben sich seit dem jeweiligen Marktstart teils halbiert. Dieser Ratgeber zeigt, was die Modelle wirklich trennt, wo die dokumentierten Schwächen liegen und welches X-Modell im August 2026 der beste Kauf ist.
- Alle aktuellen X-Modelle nutzen die OZMO-Roller-Wischwalze, die während der Fahrt permanent mit Frischwasser gespült wird. Die älteren X1 und X2 Omni arbeiten noch mit rotierenden Rundpads.
- OmniCyclone heißt: Die Station kommt ohne Staubbeutel aus und sammelt den Schmutz in einem 1,6-Liter-Zyklonbehälter. Ecovacs nennt bis zu 48 Tage ohne Eingriff. Das betrifft X11 und X12, nicht X8 und X9.
- Preisverfall als Kaufargument: Der X9 Pro Omni startete mit 1.299 € UVP und liegt inzwischen bei rund 380 bis 500 €, der X11 OmniCyclone kam im August 2025 für 1.299 € und ist heute für rund 600 € zu haben.
- Die dokumentierte Schwäche der Reihe sind Ecken und Kanten: X9, X11 und X12 haben keine ausfahrbare Seitenbürste. PC-Welt und nextpit kritisieren das bei X11 und X12 jeweils ausdrücklich.
- Pa-Angaben sind Herstellerwerte. Laut smart-home-fox reinigte der X8 Pro Omni mit 18.000 Pa Hartboden besser als der X9 Pro Omni mit 16.600 Pa – die Luftführung zählt mehr als der Nennwert.
Unsere Empfehlung für die meisten Haushalte – ehemaliges Flaggschiff mit beutelloser Station zum halben Startpreis:
Nach Herstellerangabe 19.500 Pa mit BLAST-Luftführung, OZMO Roller 2.0 mit 200 U/min, Moppwäsche bei 75 °C, Trocknung bei 63 °C und Schwellen bis 4 cm. PC-Welt bewertet ihn als „innovatives Flaggschiff“ – die beste Mischung aus Technik und Preis in der X-Serie.
Für wen sich die Deebot X-Serie eignet
Die X-Serie richtet sich an Haushalte, denen gründliches Wischen wichtiger ist als der Preis. Die Wischwalze ist der eigentliche Grund, diese Reihe zu kaufen: Statt zweier Rundpads, die sich im Lauf der Reinigung mit Schmutz vollsaugen, arbeitet hier eine breite Rolle, die permanent gespült und an einer Abstreifkante ausgewrungen wird. Notebookcheck hebt das im Test des X8 Pro Omni als „sehr gute Wischleistung dank Rollmopp“ hervor, nextpit spricht beim X12 von „makellosen Böden“ im Alltag.
Ein zweites Argument ist die beutellose Station bei X11 und X12. Wer sich über Staubbeutel als dauerhaften Kostenpunkt ärgert, bekommt hier eine echte Alternative – der Zyklonbehälter wird von Hand ausgeleert, ähnlich wie bei einem beutellosen Bodenstaubsauger.
Nicht die richtige Wahl ist die X-Serie, wenn Ihre Wohnung viele Ecken, freistehende Möbel und Hochflorteppiche hat. Bei X9, X11 und X12 fehlt die ausfahrbare Seitenbürste, sodass in Zimmerecken sichtbar Schmutz liegen bleibt. PC-Welt berichtet außerdem, dass sich der X11 unter Freischwinger-Stühlen festfuhr und sich nicht selbst befreien konnte, und empfiehlt, Hochflorteppiche als Sperrzone anzulegen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Stationskonzept. Das ist die klarste Trennlinie. X8 Pro Omni und X9 Pro Omni haben klassische Beutelstationen, X11 und X12 die beutellose PureCyclone-Station mit 1,6 Litern. Über eine Nutzungsdauer von drei Jahren macht das bei Originalbeuteln schnell 150 bis 250 Euro Unterschied aus – ein Betrag, der den höheren Kaufpreis relativiert.
Wischwalze und ihre Breite. Der X8 Pro Omni nutzt eine 18 Zentimeter breite Walze, der X12 OmniCyclone eine 27 Zentimeter breite. Breiter heißt: mehr Fläche pro Bahn und weniger Überfahrten. Der X12 bringt zusätzlich die FocusJet-Funktion mit, die eingetrocknete Flecken mit einem Hochdruckstrahl vorbehandelt, bevor die Walze darüberfährt – laut nextpit das Alleinstellungsmerkmal des Modells.
Sensorik. Der X11 arbeitet mit AIVI 3D 3.0 Omni und einem dToF-Sensor, der X9 Pro Omni mit KI-gestützter Objektklassifizierung und 3D-Strukturlicht, die laut smart-home-fox sogar die Bürsteneinstellung automatisch anpasst. Der X8 Pro Omni hat die einfachste Hinderniserkennung der aktuellen Reihe. Wenn regelmäßig Kabel, Socken oder Spielzeug auf dem Boden liegen, ist das der wichtigste Unterschied im Alltag.
Bauhöhe und Kletterfähigkeit. Alle aktuellen X-Modelle bauen 9,8 Zentimeter hoch, weil Ecovacs auf den Laserturm verzichtet. Der X11 überwindet mit dem TruePass-System Schwellen bis 4 Zentimeter – ein reales Argument in Altbauwohnungen mit hohen Türschienen.
Kein reiner Wischmodus. Das ist eine Eigenheit, die sowohl PC-Welt beim X11 als auch Notebookcheck beim X8 Pro Omni kritisiert: Die Geräte saugen beim Wischen immer mit. Wer nur nass durchwischen will, ohne dass die Bürste läuft, kann das bei diesen Modellen nicht sauber trennen.
Die X-Modelle im Vergleich
| Modell | Saugleistung (Herstellerangabe) | Station | Preisklasse |
|---|---|---|---|
| X12 OmniCyclone (2026) | 30.000 Pa, Walze 27 cm, FocusJet | beutellos, 1,6 l | 900–1.400 € |
| X11 OmniCyclone (2025) | 19.500 Pa, BLAST-Luftführung | beutellos, 1,6 l | 600–700 € |
| X9 Pro Omni (2025) | 16.600 Pa, BLAST 16,3 l/s | Beutel | 380–500 € |
| X8 Pro Omni (2025) | 18.000 Pa, Walze 18 cm | Beutel | 400–600 € |
| X2 Omni / X5 Pro Omni | rotierende Rundpads statt Walze | Beutel | Auslaufmodelle, Restbestände |
Die ehrliche Einordnung dazu: Die Pa-Zahlen in der ersten Spalte legen eine Rangfolge nahe, die es so nicht gibt. Der X9 Pro Omni nennt den niedrigsten Wert der Reihe und ist trotzdem das modernste der beiden Beutelmodelle – seine BLAST-Technik erreicht laut smart-home-fox einen Luftdurchsatz von 16,3 Litern pro Sekunde und dadurch auf Teppich bessere Ergebnisse als der nominell stärkere X8. Umgekehrt gewinnt der X8 auf Hartboden. Wer eine harte Rangliste sucht, wird bei dieser Serie nicht fündig; die Wahl entscheidet sich an Station, Walzenbreite und Sensorik.
Die X2 Omni und der X5 Pro Omni werden auf der deutschen Ecovacs-Seite nicht mehr aktiv geführt und sind als Auslaufmodelle einzuordnen. Sie arbeiten noch mit rotierenden Rundpads, nicht mit der Wischwalze. Ersatzteile gibt es weiterhin, aber der zentrale Vorteil der aktuellen X-Serie fehlt ihnen.
Ehemals 1.299 € UVP, heute regelmäßig unter 500 €: OZMO-Roller-Wischwalze, KI-Objekterkennung mit 3D-Strukturlicht und AI Re-Mop 2.0 für hartnäckige Flecken. Die Spiralbürste verheddert kaum Haare, kommt dafür schlechter in Ecken.
Was ein X-Modell im Betrieb kostet
Hier trennt sich die Serie in zwei Kostenwelten. Bei X8 Pro Omni und X9 Pro Omni fällt der übliche Beutelverbrauch an: Ecovacs nennt selbst alle zwei bis drei Monate bei leichter, monatlich bei mittlerer und alle zwei bis drei Wochen bei starker Nutzung. Der antibakterielle Originalbeutel liegt bei rund 19 €, Drittanbieter starten bei etwa 10 € für zwei Stück. Über ein Jahr sind das grob 40 bis 100 €.
Bei X11 und X12 entfällt dieser Posten vollständig. Dafür kommen zwei Filter ins Spiel: Neben dem waschbaren Feinstaubfilter verbaut Ecovacs bei den OmniCyclone-Modellen einen zusätzlichen Schwammfilter, der im Ecovacs-Shop für rund 7 € gelistet ist. Welche Filter in welchem Modell stecken und wann Waschen reicht, steht im Ratgeber zu Deebot-Filtern.
Der größte laufende Posten der X-Serie ist die Wischwalze. Die antibakterielle Original-Walze für X8, X9 und T80 beziehungsweise für X11 und T80S kostet jeweils rund 19 €, und Ecovacs empfiehlt einen Austausch alle ein bis zwei Monate. Das ist deutlich häufiger als die branchenübliche Orientierung von drei bis sechs Monaten; wie wir beide Angaben einordnen, steht im Ratgeber zu Deebot-Wischpads und -Wischwalzen. Realistisch landen Sie bei einem X-Modell bei rund 100 bis 170 € pro Jahr mit Originalteilen. Den Vergleich über alle Marken finden Sie in unserer Übersicht zu den Folgekosten von Saugrobotern.
Häufige Fragen
Ist die beutellose Station wirklich günstiger?
Ja, aber der Vorteil ist kleiner als er wirkt. Sie sparen 40 bis 100 € Beutelkosten pro Jahr, müssen dafür alle paar Wochen einen Zyklonbehälter über der Mülltonne ausleeren – mit der entsprechenden Staubwolke. Für Allergikerhaushalte ist der geschlossene Beutel hygienischer, für alle anderen ist die Zyklonstation die entspanntere Lösung.
Lohnt sich der X12 gegenüber dem X11?
Nur, wenn Sie regelmäßig eingetrocknete Flecken haben. Die FocusJet-Hochdruckdüsen und die auf 27 Zentimeter verbreiterte Walze sind reale Verbesserungen, kosten beim Marktstart aber rund 400 bis 700 Euro Aufpreis. Die Grundschwäche – fehlende ausfahrbare Seitenbürste, schwierige Navigation um Stuhl- und Tischbeine – hat nextpit auch beim X12 wieder kritisiert.
Was ist mit dem X2 Omni?
Der X2 Omni mit seiner eckigen Bauform kam noch mit rotierenden Rundpads und ist heute ein Auslaufmodell. Er ist im Handel weiterhin zu finden, teils zu attraktiven Preisen. Wenn Sie die Wischwalze nicht brauchen und die eckige Front für Ecken schätzen, ist das vertretbar – rechnen Sie aber damit, dass die Software-Pflege für eine ältere Generation irgendwann ausläuft.
X-Serie oder T-Serie?
Der Abstand ist derzeit ungewöhnlich klein. Der T90 Pro Omni hat mit OZMO Roller 3.0, ZeroTangle 4.0 und AIVI 3D 4.0 neuere Komponenten als der ältere X9 Pro Omni und kostet weniger als der X11. Die X-Serie punktet vor allem mit der beutellosen Station und mehr Akkukapazität. Der direkte Vergleich steht in unserem Ratgeber zur Deebot T-Serie.
Fazit: unsere Empfehlung
Der beste Kauf in der X-Serie ist derzeit der Deebot X11 OmniCyclone. Er bringt die Wischwalze, die beutellose Station, Schwellen bis 4 Zentimeter und eine solide Hinderniserkennung mit – und kostet im Abverkauf etwa die Hälfte seines Startpreises. Für Haushalte mit viel Hartboden und Wischbedarf ist das im Ecovacs-Programm das ausgewogenste Angebot.
Wenn das Budget enger ist, ist der Deebot X9 Pro Omni unter 500 Euro ein sehr gutes Gerät – mit Beutelstation, aber moderner Objekterkennung. Der X12 OmniCyclone lohnt sich erst, wenn er ebenfalls deutlich unter UVP gefallen ist; seine FocusJet-Funktion ist echt, rechtfertigt aber zum Startpreis keinen Aufpreis von mehreren hundert Euro.
Und die ehrliche Warnung zum Schluss: Kaufen Sie in dieser Serie nie zum Marktstart. Ecovacs bringt jedes Jahr ein neues Flaggschiff, und der Preisverfall der Vorgänger ist so steil, dass ein zwölf Monate altes X-Modell regelmäßig das bessere Geschäft ist. Wenn Ihnen Ecken und Kanten besonders wichtig sind, prüfen Sie vorher, ob das Modell eine ausfahrbare Seitenbürste hat – bei X9, X11 und X12 ist das nicht der Fall.
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