Vorwerk Kobold Filtertüten: FP100, FP200, FP300, FP7

Bei fast jeder Staubsaugermarke lautet die Frage: Original oder Nachbau? Bei Vorwerk lautet sie anders. Wer einen aktuellen Kobold besitzt, steht vor einem Markt, auf dem es für seine Filtertüte praktisch nur den Hersteller gibt – und Vorwerk formuliert selbst unmissverständlich, dass es dabei bleiben soll. Dieser Artikel ordnet die vier belegten Filtertüten-Typen ihren Geräten zu, zitiert die Herstellerversprechen als das, was sie sind, nämlich Herstellerangaben, und benennt genau die Stellen, an denen selbst Vorwerk auffällig wortkarg wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier belegte Typen: FP100 für den VB100, FP200 für den VK200 und die Absaugstation RB7, FP300 für den VT300 und FP7 für VK7 und SP7. Wer den Gerätenamen kennt, kennt damit auch die Tüte.
  • Belegter Preis gibt es genau einen: FP200, 6 Stück, 23,00 Euro – also 3,83 Euro je Tüte. Für FP100, FP300 und FP7 waren keine Preise belegbar.
  • Vorwerk ist einer der Fälle mit faktisch reiner Herstellerversorgung. Für die aktuellen Geräte ist uns keine belegte Fremdmarken-Entsprechung bekannt; Swirl deckt mit der V-Reihe nur ältere Kobold-Generationen ab.
  • Die Herstellerversprechen sind Herstellerangaben, kein Messwert und kein Test: „weltweit erste TÜV-zertifizierte Filtertüten“ und ein Rückhalt von „mehr als 99,99 % der allergieauslösenden Milbenexkremente und Feinstäube“.
  • Kein Zeitintervall. Vorwerk nennt als Wechselzeitpunkt ausschließlich die LED-Füllstandsanzeige – gewechselt wird, wenn sie vollständig orange leuchtet.

Die einzige Kobold-Filtertüte, für die ein Preis belegt ist, versorgt zugleich zwei Geräte – den VK200 und die Absaugstation RB7:

Staubsaugerbeutel für Vorwerk Kobold VK200 FP200 10 Stück Staubbeutel und 2 Motorschu
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17,99 €

Die Tüte für den Kobold VK200 und für die Absaugstation RB7. Sechs Stück für 23,00 Euro, also 3,83 Euro je Tüte – der einzige Kobold-Filtertütenpreis, den wir belegen konnten. Wer VK200 und RB7 zusammen betreibt, braucht genau diese Nummer für beides.

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Worum es geht: eine Filtertüte, die zwei Geräte versorgt

Die Filtertüte ist in jedem Beutelstaubsauger die erste Filterstufe. Was sie durchlässt, belastet den Motorschutzfilter, und was dieser durchlässt, geht durch den Motor. Bei Vorwerk kommt ein zweiter Aspekt hinzu, den es bei klassischen Bodenstaubsaugern so nicht gibt: Die FP200 sitzt nicht nur im Kobold VK200, sondern auch in der Absaugstation RB7. Ein Verbrauchsteil, zwei Geräte – das vereinfacht die Bestellung, verdoppelt aber auch den Verbrauch, wenn beide Systeme im Haushalt laufen.

Zum Aufbau nennt Vorwerk einen dreilagigen Vliesaufbau; bei den Typen FP200 und FP300 kommen nach Herstellerangabe zusätzlich Anti-Geruchs-Perlen hinzu. Das ist der übliche Weg der Geruchsbindung im Verbrauchsmaterial und funktional mit einer Aktivkohlestufe vergleichbar – gemeint ist Geruch, nicht Filtration. Eine Perle bindet keine Partikel.

Kompatibilität: welcher Typ in welches Gerät

Vorwerk macht es hier so einfach wie kaum ein anderer Hersteller, weil die Typennummer der Filtertüte fast der Gerätenummer folgt. Das ist die belegte Zuordnung:

Filtertüte Gerät Packung Preis
FP100 Kobold VB100 5 Stück keine belegte Angabe
FP200 Kobold VK200 und Absaugstation RB7 6 Stück 23,00 € (3,83 €/St.)
FP300 Kobold VT300 (4,5 l) 5 Stück keine belegte Angabe
FP7 Kobold VK7 und SP7 6 Stück keine belegte Angabe

Für ältere Kobold-Generationen führt der Weg dagegen über Swirl: V 62 ist die belegte Entsprechung für die Kobold-Modelle 118 bis 122, V 64 für den VK 130. Wer eines dieser Geräte noch im Einsatz hat, findet dort eine Alternative – für VK200, VK7, VT300 und VB100 gibt es diesen Weg nach unserer Recherche nicht.

Was der Hersteller nicht sagt

Vorwerk nennt für die Filtertüte kein Zeitintervall und keine Füllmenge. Der einzige genannte Auslöser ist die LED-Füllstandsanzeige: gewechselt wird, wenn sie vollständig orange leuchtet. Damit steht Vorwerk nicht allein – Miele, Bosch und AEG verweisen ebenfalls ausschließlich auf ihre Anzeige. Zweite Lücke: Von den vier Filtertüten-Typen ist nur für die FP200 ein Preis belegt. Für FP100, FP300 und FP7 war keine belastbare Preisangabe auffindbar. Wenn Sie eine dieser drei Nummern kaufen, rechnen Sie den Stückpreis vor der Bestellung selbst aus – bei fünf oder sechs Tüten je Packung ist das schnell gemacht und schützt vor Vorratspackungen, die pro Stück teurer sind als die kleine.

Was Vorwerk sagt – und wie man es lesen sollte

Vorwerk arbeitet mit zwei Aussagen, die in praktisch jeder Produktbeschreibung auftauchen. Wir zitieren sie und ordnen sie ein.

Erstens: die Kobold-Filtertüten seien die „weltweit erste TÜV-zertifizierte Filtertüten“. Das ist eine Herstellerangabe. Eine Zertifizierung ist eine Prüfung gegen ein vereinbartes Prüfprogramm – sie ist kein vergleichender Test gegen andere Marken und sagt für sich genommen nichts darüber, wie das Produkt gegenüber einem Wettbewerbsprodukt abschneidet.

Zweitens: ein Rückhalt von „mehr als 99,99 % der allergieauslösenden Milbenexkremente und Feinstäube“. Auch das ist eine Herstellerangabe. Solche Prozentzahlen sind zwischen Herstellern grundsätzlich nicht vergleichbar, weil die zugrunde liegenden Messverfahren unterschiedlich und meist nicht offengelegt sind. Eine Zahl mit vier Neunen liest sich beeindruckend – sie wird dadurch aber nicht zu einem Messergebnis eines unabhängigen Instituts.

Drittens – und das ist der Satz, um den es in diesem Artikel eigentlich geht – schreibt Vorwerk wörtlich: „Verwende ausschließlich original Kobold FP200 Premium Filtertüten für deinen Kobold.“ Deutlicher kann ein Hersteller es nicht formulieren.

Eine Randnotiz zur Einordnung, weil sie oft übersehen wird: Stiftung Warentest hielt bereits am 25.04.2013 fest, dass ein HEPA-Abluftfilter keine Garantie für gutes Staubrückhaltevermögen ist, und schrieb: „Neben der Filterqualität hängt das Staubrückhaltevermögen auch von der Gerätekonstruktion ab.“ Im selben Test schnitt ausgerechnet ein Vorwerk ohne HEPA-Filter mit „sehr gut“ ab, während ein Panasonic mit HEPA nur „befriedigend“ erhielt. Der Test ist alt – aber er zeigt, dass das Gesamtsystem zählt, nicht ein einzelnes Etikett.

Für die zweite verbreitete Gerätefamilie im Vorwerk-Kosmos gilt dieselbe Systematik – nur mit einer anderen Nummer:

12 Stück Staubsaugerbeutel und 2 Filter für Vorwerk Kobold VK7 FP7 Premium Filtertüte
12 Stück Staubsaugerbeutel und 2 Filter für Vorwerk Kobold VK7 FP7 Premium Filtertüte

19,99 €

Die richtige Nummer für den Kobold VK7 und den SP7. Ein Preis war für diesen Typ nicht belegbar – rechnen Sie den Stückpreis vor dem Kauf aus und vergleichen Sie ihn mit den 3,83 Euro, die die FP200 kostet, um eine realistische Größenordnung zu haben.

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Original oder Nachbau – bei Vorwerk eine ehrliche Sonderlage

Wir sagen es offen, weil es die praktische Wahrheit ist: Vorwerk gehört zu den Marken mit faktisch reiner Herstellerversorgung. Miele, Bosch, Siemens und die Electrolux-Gruppe haben allesamt einen ausgebauten Fremdmarkt – Swirl, Handelseigenmarken, Drittanbieter. Für die aktuellen Kobold-Geräte ist uns nichts davon belegbar bekannt. Die Swirl-V-Reihe endet bei den älteren Modellen.

Kriterium Kobold Original Fremdmarke
Stückpreis 3,83 € (FP200) keine belegte Angabe
Aktuelle Geräte VK200/VK7/VT300/VB100 vollständig abgedeckt keine belegte Entsprechung
Ältere Kobold 118–122, VK 130 auslaufend Swirl V 62 bzw. V 64
Herstellerhaltung „Verwende ausschließlich original Kobold FP200 Premium Filtertüten“

Zum Vergleich: Bei Miele kostet das Original 3,99 Euro je Beutel, ein kompatibler Beutel 0,99 Euro. Bei Bosch stehen 3,00 Euro gegen 0,62 Euro im Großgebinde. Bei Vorwerk existiert diese zweite Spalte schlicht nicht. Das ist keine Wertung, sondern eine Marktbeschreibung – wer einen Kobold kauft, kauft eine Verbrauchsmaterialbindung mit. Wie diese Rechnung bei anderen Marken aussieht, steht in unserem Überblick zu Original und Nachbau bei Staubsaugerbeuteln; das übrige Kobold-Verbrauchsmaterial haben wir in der Übersicht zum Vorwerk-Kobold-Zubehör zusammengestellt.

Ein Gerücht, das wir nicht mitmachen

Immer wieder liest man, Vorwerk-Geräte oder ihre Absaugstationen würden Fremdtüten elektronisch oder per Chip erkennen und den Betrieb verweigern. Dafür gibt es keinen Beleg – weder bei Vorwerk noch bei Miele, Bosch oder AEG. Wenn ein Gerät eine Tüte nicht annimmt, sind die Ursachen mechanisch: eine Halteplatte, die nicht ganz in die Führung rutscht, ein schief sitzender Kragen, ein nicht vollständig geschlossener Deckel. Prüfen Sie das, bevor Sie eine Elektronik verdächtigen, die niemand nachgewiesen hat.

In der Praxis

  1. Gerät benennen, nicht die Tüte raten. VK200, VK7, VT300, VB100 oder RB7 – daraus folgt die Nummer unmittelbar aus der Tabelle oben.
  2. Auf die LED achten, nicht auf den Kalender. Vorwerks einziger genannter Auslöser ist die vollständig orange leuchtende Füllstandsanzeige.
  3. Bei Doppelbetrieb doppelt rechnen. Wer VK200 und Absaugstation RB7 hat, verbraucht die FP200 an zwei Stellen. Eine Sechserpackung ist dann schneller leer, als man denkt.
  4. Tüte gerade herausziehen und sofort entsorgen. Nicht ausklopfen und nicht wiederverwenden – ein Vliesbeutel setzt sich an den Poren zu, das lässt sich nicht rückgängig machen.
  5. Beim Wechsel den Filterweg dahinter anschauen. In Boschs Störungstabelle zum BGL6XSIL3 sind zwei der vier genannten Ursachen für Saugkraftverlust Filter und nicht der Beutel – das Denkmuster lohnt sich auch bei anderen Geräten.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich die Kobold-Filtertüte wechseln?

Vorwerk nennt dafür keine Zeitangabe. Der einzige dokumentierte Auslöser ist die LED-Füllstandsanzeige, und zwar erst dann, wenn sie vollständig orange leuchtet. Wer einen groben Erwartungswert braucht: Das Umweltbundesamt schätzt aus Marktdaten rund fünf Beutel pro Haushalt und Jahr – das ist eine Marktschätzung, keine Herstellerempfehlung und schon gar keine Vorwerk-Angabe. Mehr dazu in unserem Artikel Wann den Staubsaugerbeutel wechseln?

Passt die FP200 auch in den VK7?

Nein. Für den VK7 und den SP7 ist die FP7 belegt, für den VK200 und die Absaugstation RB7 die FP200. Die Nummern sind nicht untereinander austauschbar.

Was bedeutet „TÜV-zertifiziert“ bei einer Filtertüte?

Es bedeutet, dass ein Prüfhaus das Produkt gegen ein festgelegtes Programm geprüft hat. Es bedeutet nicht, dass die Tüte in einem Vergleichstest gegen andere Marken angetreten wäre. Die Formulierung „weltweit erste TÜV-zertifizierte Filtertüten“ ist eine Herstellerangabe – wir geben sie wieder, wir bestätigen sie nicht.

Gibt es Kobold-Tüten von Fremdanbietern?

Für ältere Kobold-Geräte ja: Swirl führt V 62 für die Modelle 118 bis 122 und V 64 für den VK 130. Für die aktuellen Geräte ist uns keine belegte Entsprechung bekannt. Vorwerk selbst fordert ausdrücklich die ausschließliche Verwendung des Originals.

Fazit

Vorwerk hat das übersichtlichste Beutelsystem dieser Übersicht: vier Typen, jeder eindeutig einem Gerät zugeordnet, die Nummer fast identisch mit dem Gerätenamen. Verwechseln kann man da wenig. Der Preis dieser Klarheit ist die Bindung – für die aktuellen Kobold-Modelle gibt es praktisch keinen Zweitmarkt, und der Hersteller wünscht das auch ausdrücklich so.

Was Sie bei der Bestellung mitnehmen sollten: Nur für die FP200 ist ein Preis belegt, und ein Wechselintervall nennt Vorwerk nicht. Gehen Sie also nach der LED und rechnen Sie bei den anderen drei Typen den Stückpreis selbst nach. Die Prozentzahlen auf der Packung sind Herstellerangaben – sie sind kein Grund, misstrauisch zu sein, aber auch keiner, sie mit den Zahlen anderer Marken zu vergleichen.

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