Swirl ist die Marke, an der praktisch jeder vorbeikommt, der einen Staubsaugerbeutel kauft, ohne das Original des Geräteherstellers zu nehmen. Das System dahinter ist einfacher, als es aussieht: Ein Buchstabe steht für den Gerätehersteller, die Ziffer für den konkreten Beutel. Wer den Buchstaben kennt, hat den halben Weg hinter sich. Dieser Artikel ordnet die belegten Reihen und Einzeltypen ihren Marken zu, erklärt die beiden Materialgenerationen MicroPor und EcoPor – und sagt vorweg zwei Dinge, die anderswo falsch stehen: Eine Swirl-„UK-Reihe“ gibt es nicht, und eine offizielle Gesamtliste des Herstellers war nicht abrufbar.
- Der Buchstabe ist der Hersteller: M steht für Miele, S für Bosch/Siemens, A und Y für AEG/Electrolux in zwei Generationen, PH für Philips, R für Rowenta, V für Vorwerk, E für Electrolux, H für Hoover, K für Kärcher. UNI ist die markenübergreifende Reihe.
- Es gibt keine „UK-Reihe“. Wer UK 10, UK 20 oder UK 30 schreibt, hat sich verlesen oder abgeschrieben – gemeint ist die UNI-Reihe. Wir haben für „UK“ in keiner Quelle einen Beleg gefunden.
- Zwei Materialgenerationen: MicroPor als die etablierte Vliesgeneration, EcoPor seit 2022 mit einem Recyclingmaterialanteil von 45 bis 65 Prozent (Herstellerangabe).
- Der Umfang: Ein Händler beziffert die Zahl der Swirl-Codes mit 86. Swirl gehört zur Melitta Gruppe und wurde 1988 gegründet.
- Der schnellste Weg zum Typ ist Swirls eigene Beutelsuche über Marke und Modellbezeichnung – mit einer Scan-Funktion für das Typenschild.
Wer gleich zur Sache kommen will: Für den Miele-Typ FJM, den Beutel der Compact- und Complete-C1-Geräte, lautet die Swirl-Nummer M 50.
Die belegte Entsprechung zum Miele-Typ FJM mit 4 Litern – also für Complete C1, Compact C1 und C2 sowie die Baureihen S6 und S4. Für alle, die den Miele-Originalpreis von 3,99 Euro je Beutel nicht mitgehen wollen und trotzdem eine Marke mit dokumentierter Typenzuordnung suchen.
Worum es geht: eine Typenlandschaft mit vier Ebenen
Der häufigste Fehler beim Beutelkauf ist keine Verwechslung von Zahlen, sondern eine Verwechslung von Ebenen. Es gibt nämlich vier davon, und sie beschreiben denselben Gegenstand aus vier Richtungen:
| Ebene | Beispiel |
|---|---|
| Originaltyp des Geräteherstellers | Miele FJM, Bosch Typ G ALL |
| Fremdmarken-Typ | Swirl M 50, Swirl S 67 |
| Handelseigenmarken-Typ | VIVESS V01, Rossmann R020, dm PR30 |
| Systemstandard über Marken hinweg | s-bag |
Swirl liegt auf der zweiten Ebene. Ein Swirl-Typ ist keine Geräteserie und keine Norm, sondern eine Übersetzung: „Dieser Beutel passt dorthin, wo der Gerätehersteller seinen eigenen Typ vorsieht.“ Wie eng diese Ebenen verwoben sind, zeigt eine belegte Fußnote aus dem VIVESS-Typenfinder, die für einen einzigen Beutel gleich vier Bezeichnungen aufführt: „Entspricht S62+67 von Swirl, E06 von EDEKA, R020 von Rossmann, PR30 von DM“.
Die Swirl-Reihen und ihre Marken – die Tabelle
Dies ist der Kern des Artikels. Aufgeführt ist ausschließlich, was belegt ist: die Reihe, der zugehörige Gerätehersteller und die Einzeltypen, für die eine Zuordnung dokumentiert ist.
| Reihe | Hersteller | Belegte Einzeltypen und Zuordnung |
|---|---|---|
| M | Miele | M 50 = Miele FJM (4 l); M 40 = Miele G/H/N/U; M 52 = Miele Typ K sowie S 140–169 und S 190–198; ferner M 47 und M 49 |
| S | Bosch / Siemens | S 67 = Typ G, G Plus, GXL; S 62 und S 73 = D/E/F/GXXL; S 64 = Typ A/B/C; S 70 = Typ K und bigbag 3 l; ferner S 71 |
| A | AEG / Electrolux, ältere Geräte | A 07 = AEG Größe 28 und Electrolux E 53/55/150/160/180/185/190/200; A 08 = AEG 8/16/20/22–27; ferner A 04, A 05, A 06, A 14, A 16, A 18 |
| Y | AEG-Electrolux (neuere), Dirt Devil, Grundig, Severin, Samsung | Y 05 = AEG-Electrolux „Größe 50″; Y 293 = Dirt Devil Classic; Y 101 (identisch mit Y 91); ferner Y 50, Y 93, Y 95, Y 20, Y 30 und Y 230 |
| PH | Philips | PH 84 = HR 6938/6939/6983 Oslo; PH 86 und PH 96 = s-bag-kompatibel |
| R | Rowenta | R 22 = ZR-0026, ZR-0076, ZR-0765 |
| V | Vorwerk | V 62 = Kobold 118–122; V 64 = Kobold VK 130 |
| E | Electrolux | E 71 = Z 320 und Z 325 (D 711); ferner E 60 und E 84 |
| H | Hoover | H 28, H 37, H 39, H 43 |
| K | Kärcher | K 222 = UNI 20; ferner K 224 |
| UNI | markenübergreifend | UNI 100 (auch als P 51 M geführt); UNI 20 entspricht K 222 |
Drei Lesehilfen zu dieser Tabelle. Erstens: Zwei Reihen für einen Hersteller sind kein Fehler. A und Y decken beide AEG/Electrolux ab – A die älteren Geräte, Y die neueren. Genauso existieren E und Y nebeneinander. Zweitens: Ein Beutel kann zwei Nummern haben. Y 101 und Y 91 sind derselbe Beutel, und K 222 taucht zusätzlich als UNI 20 auf. Wo beides gelistet ist, entscheidet der Preis. Drittens: Wo mehrere Originaltypen in einer Zeile stehen – etwa S 62 und S 73 für D, E, F und GXXL – heißt das nicht, dass diese Originaltypen untereinander austauschbar wären. Es heißt nur, dass Swirl sie mit demselben Beutel bedient.
Wir müssen an dieser Stelle offenlegen, worauf die Tabelle oben beruht. Eine offizielle Swirl-Gesamtliste war nicht abrufbar – die Suchfunktion auf der Herstellerseite ist skriptgesteuert, Produktseiten des Shops liefen bei unserer Recherche ins Leere. Die Zuordnungen stammen deshalb aus einer Kompatibilitätsliste eines Fachhändlers und aus Handelslistungen, nicht aus einem Herstellerdokument. Auch die Gesamtzahl von 86 Codes ist eine Händlerangabe, keine Swirl-Angabe. Was daraus folgt: Die Tabelle ist die belastbarste Zusammenstellung, die sich aus den zugänglichen Quellen bauen ließ – aber sie ersetzt nicht den Abgleich mit der konkreten Angebotsbeschreibung, bevor Sie bestellen. Für Reihen mit wenigen belegten Einzeltypen, etwa H oder K, gilt das besonders.
MicroPor und EcoPor – die beiden Materialgenerationen
Swirl führt seine Beutel in zwei Materiallinien. MicroPor ist die etablierte Vliesgeneration. EcoPor gibt es nach Herstellerangabe seit 2022 und enthält einen Recyclingmaterialanteil von 45 bis 65 Prozent.
Warum Vlies überhaupt: Das Umweltbundesamt hält im Hintergrundbericht zum Blauen Engel DE-UZ 211 (TEXTE 13/2020) fest, dass Vliesbeutel Papierbeutel „in den letzten Jahren fast vollständig vom Markt verdrängt“ haben, und listet als belegte Vorteile bessere Feinstaubfiltration, geringeren Saugkraftverlust bei hohem Füllstand, höhere Reißfestigkeit und bessere Abluftfilterung.
Ein Hinweis zur Einordnung der Recyclingzahl, damit sie nicht falsch gelesen wird: Der Blaue Engel DE-UZ 211 verlangt für ausgezeichnete Beutel einen Recyclinganteil von mindestens 60 Prozent und seit dem 01.01.2022 von 80 Prozent. Die 45 bis 65 Prozent von EcoPor sind eine Herstellerangabe zu einer Materiallinie – ob sich beide Zahlen auf dieselbe Bemessungsgrundlage beziehen und ob Swirl-Beutel das Umweltzeichen tragen, konnten wir nicht belegen. Stellen Sie die Zahlen also nicht nebeneinander, als wären sie dasselbe.
Für die zweite große Gerätefamilie – Bosch und Siemens – lautet die Swirl-Nummer anders:
Die belegte Entsprechung zu den Bosch- und Siemens-Typen G, G Plus und GXL. Wer stattdessen D, E, F oder GXXL braucht, greift zu S 62 oder S 73.
Swirl gegen das Original – was der Test von 2016 hergibt
Swirl ist die Marke, die in der Diskussion um Fremdbeutel am häufigsten namentlich vorkommt – auch im einzigen belastbaren Test, den es gibt. Stiftung Warentest prüfte in test 7/2016 insgesamt 22 Beutel, davon 3 Originale und 19 Fremdbeutel, eingekauft im Dezember 2015. Geprüft wurde in Anlehnung an EN 60312-1, mit Staubaufnahme (35 Prozent Gewichtung, gemessen leer sowie bei 200 und 400 Gramm Prüfstaub), Staubrückhalt (35 Prozent, bei ausgebautem Abluftfilter), Handhabung (20 Prozent, fünf Nutzer) und Passform/Haltbarkeit (10 Prozent, unter anderem mit 20-fach blockiertem Schlauch).
Das Fazit von test.de lautet wörtlich: „Fremdbeutel von Swirl und Co. sind oft genauso gut wie die teuren Originalbeutel des Staubsaugerherstellers.“ Im selben Test steht aber auch: „Einige der geprüften Filtertüten waren undicht, eine platzte sogar auf.“ Und der österreichische Konsument fasste dieselbe Testbasis in Ausgabe 8/2016 deutlich strenger zusammen: „Mehr als jeder dritte Nachbau hält nicht so viel Staub zurück wie der Originalbeutel.“
Wir glätten diesen Widerspruch nicht. Die Quellen weichen bis in die Grundlagen voneinander ab – test.de nennt 22 geprüfte Beutel, Konsument 18, der ORF 15 Fremdbeutel; die Marke Wolf liegt bei test.de auf Originalniveau, während Konsument und ORF einen Nahtriss beanstanden. Zwei Dinge gehören dazu: Der Test ist zehn Jahre alt, und ein neuerer Beuteltest existiert nach dieser Recherche nicht. Wie wir die Grundsatzfrage einordnen, steht in unserem Artikel zu Original und Nachbau.
Zur Marktgröße, damit die Zahlen eine Dimension bekommen: Das Umweltbundesamt beziffert den deutschen Markt auf rund 140 Millionen Staubsaugerbeutel pro Jahr bei einem Marktwert von über 220 Millionen Euro, mit einer Preisspanne von 0,80 Euro bis über 3,00 Euro je Beutel. Fünf Unternehmen dominieren diesen Markt.
In der Praxis: in drei Schritten zum richtigen Swirl-Typ
- Modellbezeichnung ablesen, nicht die Marke. „Miele“ reicht nicht, „Complete C3″ schon. Das Typenschild sitzt je nach Hersteller an unterschiedlichen Stellen – AEG bildet im eigenen Portal sechs mögliche Positionen ab und schreibt, das Schild „kann sich an verschiedenen Stellen befinden“.
- Swirl-Beutelsuche nutzen. Sie arbeitet mit Marke plus Modellbezeichnung und bietet zusätzlich eine Scan-Funktion für das Typenschild – der schnellste Weg, wenn die Bezeichnung schwer zu tippen ist.
- Ergebnis gegen die Tabelle oben prüfen. Passt der Buchstabe zur Marke Ihres Geräts? Ein Miele-Gerät mit einem S-Typ wäre ein Warnsignal. Weitere Wege zum richtigen Beutel – über den Originaltyp, die Handelsmarken und die Herstellerfinder – beschreiben wir in Den richtigen Staubsaugerbeutel finden.
Häufige Fragen
Gibt es eine Swirl-UK-Reihe?
Nein. Für „UK 10″, „UK 20″ oder „UK 30″ haben wir in keiner Quelle einen Beleg gefunden. Existierend und belegt ist die UNI-Reihe, die markenübergreifend geführt wird – dort finden sich etwa UNI 100 und UNI 20. Wer „UK“ liest, sollte den Anbieter meiden oder zumindest nachfragen.
Wie viele Swirl-Typen gibt es insgesamt?
Ein Händler nennt 86 Codes. Das ist eine Handelsangabe, keine Herstellerzahl – eine offizielle Gesamtliste war nicht abrufbar.
Wer steckt hinter Swirl?
Swirl gehört zur Melitta Gruppe und wurde 1988 gegründet.
Was ist der Unterschied zwischen MicroPor und EcoPor?
Es sind zwei Materiallinien derselben Marke. EcoPor gibt es nach Herstellerangabe seit 2022 und enthält 45 bis 65 Prozent Recyclingmaterial. Eine vergleichende Prüfung der beiden Linien durch ein unabhängiges Institut ist uns nicht bekannt – der einzige vorhandene Beuteltest stammt von 2016 und ist damit älter als EcoPor.
Fazit
Das Swirl-System ist gut lesbar, sobald man den Buchstaben als Herstellerkürzel versteht: M für Miele, S für Bosch und Siemens, A und Y für die beiden AEG-Electrolux-Generationen, dazu PH, R, V, E, H, K und die markenübergreifende UNI-Reihe. Die belegten Einzeltypen stehen in der Tabelle oben, und die reicht für die allermeisten Geräte, die in deutschen Haushalten stehen.
Zwei Einschränkungen bleiben, und wir wiederholen sie zum Schluss lieber einmal zu viel. Eine „UK-Reihe“ existiert nicht – es ist die UNI-Reihe. Und diese Zuordnungstabelle beruht auf Handels- und Drittanbieterlisten, weil eine offizielle Swirl-Gesamtliste nicht abrufbar war. Nehmen Sie den ermittelten Typ deshalb als sehr guten Ausgangspunkt und gleichen Sie ihn mit der Angebotsbeschreibung ab. Wie die Originalseite dieser Rechnung aussieht, zeigen wir am Beispiel der Marke mit der ausführlichsten Dokumentation in unserem Artikel zu Miele-Staubsaugerbeuteln.
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