Dreame X-Serie im Vergleich: X40, X50, X50s und X60

Die X-Serie ist Dreames Flaggschiff-Linie und derzeit die technisch mutigste Modellreihe am Markt: Roboter, die sich auf zwei ausfahrbaren Beinen über Türschwellen heben, ihren Laserturm im Fahren versenken und Wischarme 18 Zentimeter zur Seite ausstrecken. Zwischen dem auslaufenden X40 Ultra für rund 480 Euro und dem X60 Pro Ultra Complete für bis zu 1.499 Euro liegen vier Generationen und ein halbes Dutzend Namensvarianten. Dieser Vergleich ordnet sie anhand belegter Testergebnisse ein und sagt offen, wo die beeindruckende Mechanik im Alltag an ihre Grenzen stößt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die aktuelle X-Serie umfasst X50 Ultra Complete, X50 Master, X50s Ultra und X60 Pro Ultra Complete. Der X40 Ultra Complete ist ein Auslaufmodell und deshalb im Abverkauf besonders interessant.
  • Kernmerkmal ab X50: das ProLeap-Kletterwerk. Der Roboter hebt sich auf zwei ausfahrbaren Beinen über Schwellen – laut Hersteller bis 6 cm beim X50, im Test von SmarthomeAssistent beim X50 Master gemessene 4,4 cm.
  • Zweites Kernmerkmal: der einfahrbare Laserturm, der die Bauhöhe von 9,7 cm (X40) auf 8,9 cm (X50, X60) senkt.
  • Ehrlich zur Schwäche: Beim Saugen sind die X-Modelle Spitze – SmarthomeAssistent misst beim X50 Master 99,98 von 100 g auf Laminat. Beim Wischen vergab dieselbe Redaktion dem X60 Pro Ultra nur 5,5 und damit „mangelhaft“.
  • Pa-Werte sind Herstellerangaben ohne einheitliche Messnorm. Von 12.000 Pa (X40) über 20.000 (X50) und 35.000 (X50s) bis 42.000 Pa (X60) – die reale Aufnahme unterscheidet sich weit weniger deutlich.

Unsere Empfehlung innerhalb der X-Serie – der stimmigste Kompromiss aus Können und Preis:

dreame X50 Ultra Complete Saugroboter mit Wischfunktion, 20.000 Pa
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739,99 €

Das Modell, das die Kletterfunktion salonfähig gemacht hat: ProLeap-Beine für Schwellen bis 6 cm, einfahrbarer Laserturm für 8,9 cm Bauhöhe, 20.000 Pa und eine Station mit 80 °C Moppwäsche und Direktdosierung ins Robotertankgehäuse. Notebookcheck vergibt 4 von 5 Punkten – mit dem klaren Hinweis auf die knappe Akkureichweite von rund 80 m² pro Ladung.

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Für wen sich die X-Serie eignet

Die X-Serie kaufen Sie nicht wegen der Saugkraft – die bekommen Sie in der L-Serie für deutlich weniger. Sie kaufen sie wegen baulicher Hindernisse, an denen jeder normale Saugroboter scheitert.

Türschwellen. Standardgeräte schaffen etwa 2 cm. Altbauwohnungen mit Holzschwellen, Balkonübergänge mit Aluprofil, Bäder mit Absatz liegen darüber. Das ProLeap-System des X50 hebt den Roboter mit zwei Beinen an und überwindet laut Hersteller bis zu 6 cm; der X60 Pro Ultra schafft nach Herstellerangabe auch doppelte Absätze von zusammen 10 cm. Im praktischen Test von SmarthomeAssistent bewältigte der X50 Master 4,4 cm zuverlässig – also deutlich mehr als jedes Gerät ohne Kletterwerk, aber weniger als die Marketingzahl.

Niedrige Möbel. Der einfahrbare Laserturm bringt die Bauhöhe auf 8,9 cm, beim X50s Ultra sogar auf rund 8 cm. Damit kommt der Roboter unter Betten und Sideboards, an denen ein Gerät mit festem Turm abprallt. Notebookcheck merkte allerdings an, dass die Einfahrautomatik nicht in jeder Situation auslöst – unter einem 9,5-cm-Schrank funktionierte sie, unter einem Wand-WC nicht.

Kanten und Ecken. Die MopExtend-Arme fahren seitlich aus, beim X60 Pro Ultra mit doppeltem Gelenk bis zu 18 cm. Das schließt die klassische Lücke entlang der Sockelleiste, die bei runden Robotern sonst ungewischt bleibt.

Wenn Ihre Wohnung keines dieser drei Probleme hat, ist die X-Serie für Sie überdimensioniert. Dann liefert die L-Serie dieselbe Stationstechnik und dieselbe App für 200 bis 500 Euro weniger.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Die Namenszusätze entschlüsseln

Das ist bei Dreame keine Nebensache, sondern der häufigste Grund für Fehlkäufe.

  • „Ultra“ = volle Station mit Absaugung, Padwäsche, Trocknung und Wassernachfüllung.
  • „Complete“ = identischer Roboter, aber mit umfangreichem Ersatzteilpaket im Karton. Technisch kein Unterschied – rechnen Sie aus, ob das Paket den Aufpreis wert ist.
  • „Master“ = technisch identisch zum jeweiligen Ultra-Modell, aber mit einer kompakten Station mit Festwasseranschluss. Beim X50 Master misst sie nur 24,9 cm Höhe und passt unter Küchenzeile oder Waschbecken.
  • „s“ wie in X50s = überarbeitete Variante, in der Regel mit stärkerem Saugmotor und geänderter Sensorik.
  • „Pro“ = die jeweils höchste Ausbaustufe einer Generation.

Station: Platz und Anschluss

Die Standard-X-Stationen sind groß und brauchen eine freie Wandfläche mit Steckdose. Wer diesen Platz nicht hat, sollte gezielt die Master-Variante prüfen – sie ist die kleinste All-in-One-Station im Dreame-Programm, verlangt dafür aber Zu- und Ablauf in Reichweite. Der Umbau ist kein Klempnerprojekt, aber er ist ortsgebunden: Ein Master lässt sich nicht mal eben umstellen.

Der Akku – der unterschätzte Schwachpunkt

X40 und X50 haben beide 6.400 mAh. Notebookcheck stellte im Test des X50 Ultra Complete jedoch fest, dass er trotz gleicher Kapazität eine kürzere Reichweite erzielte als der Vorgänger und nur rund 80 m² pro Ladung schaffte. Das ist kein Ausschlusskriterium – der Roboter lädt zwischendurch nach und setzt fort –, verlängert bei großen Wohnungen aber die Gesamtdauer erheblich. Wenn Sie 150 m² am Stück reinigen wollen, planen Sie mehrere Stunden ein.

Wischleistung: die ehrliche Erwartung

Alle X-Modelle wischen mit rotierenden Doppelpads. Diese Bauart trägt Wasser auf, nimmt Schmutz teilweise auf und verteilt den Rest – bis der Roboter zur Station fährt. Die Waschtemperatur der Station (70 °C beim X40, 80 °C beim X50, 100 °C beim X60) verbessert die Hygiene der Pads, nicht das Ergebnis auf dem Boden. Genau deshalb bekam der X60 Pro Ultra trotz 100 °C und 42.000 Pa im Test nur 5,5 fürs Wischen. Wer eingetrocknete Flecken lösen will, ist mit Dreames eigener Aqua10-Walzenreihe besser bedient – die Einordnung dazu steht in Dreame: welches Modell passt.

Die X-Modelle im Vergleich

Modell Saugleistung (Herstellerangabe) Bauhöhe / Klettern Station Preisklasse
X40 Ultra Complete (Auslaufmodell) 12.000 Pa 9,7 cm / ca. 2 cm Ultra-Station, 70 °C Moppwäsche ab ca. 480 €
X50 Ultra Complete 20.000 Pa 8,9 cm / bis 6 cm (ProLeap) Ultra-Station, 80 °C, Direktdosierung ca. 690–999 €
X50 Master 20.000 Pa 8,9 cm / im Test 4,4 cm Kompaktstation 24,9 cm mit Festwasseranschluss ca. 849–1.099 €
X50s Ultra 35.000 Pa rund 8 cm / bis 8,8 cm Ultra-Station, 100 °C, Heißluft ca. 1.300 €
X60 Pro Ultra Complete 42.000 Pa 8,9 cm / doppelte Schwellen bis 10 cm Ultra-Station, 100 °C, MopExtend bis 18 cm ca. 1.199–1.499 €

Einordnung zu den Auslaufmodellen: Der X40 Ultra Complete war 2024 Dreames Topgerät und wird inzwischen deutlich unter Neupreis gehandelt, teilweise auch als generalüberholte Ware direkt beim Hersteller. Das ist eine ehrliche Sparoption, solange Ihnen klar ist, was fehlt: Kletterwerk, einfahrbarer Turm und die neuere Reinigungsplatte in der Station. Genau letzteres wurde im Vergleich von Smart-Home-Fox hervorgehoben – die glatte Reinigungswanne des X50 macht spürbar weniger Wartungsarbeit als das siebbasierte System des X40. Dafür schnitt der X40 auf Teppich in dem Vergleich sogar besser ab als der X50 (98 gegenüber 92 Prozent Aufnahme). Ein Datenblatt-Sprung ist eben nicht automatisch ein Praxis-Sprung.

dreame X40 Ultra Complete Saugroboter mit Wischfunktion, 12.000 Pa, 70 °C Wischwäsche
dreame X40 Ultra Complete Saugroboter mit Wischfunktion, 12.000 Pa, 70 °C Wischwäsche

799,00 €

Der Preis-Tipp der Serie: ehemaliges Topmodell mit voller Ultra-Station, ausfahrbaren Wischarmen und ausgereifter Firmware – inzwischen für rund die Hälfte des einstigen Preises. Ihm fehlen Kletterwerk und einfahrbarer Laserturm, auf Teppich sammelte er im Vergleich aber sogar mehr ein als der Nachfolger. Ersatzteile sind weiterhin regulär verfügbar.

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Was ein X-Modell im Betrieb kostet

Die X-Serie hat die aufwendigsten Stationen im Dreame-Programm – und damit die höchsten Folgekosten der Marke. Rechnen Sie mit rund 192 bis 424 Euro pro Jahr mit Originalteilen und etwa 70 bis 150 Euro, wenn Sie bei den mechanischen Verschleißteilen zu guten Drittanbietern greifen. Wichtig zur Einordnung: Dreame veröffentlicht keine quantifizierten Wechselintervalle. Wir rechnen deshalb mit den Branchenwerten aus dem Roborock-S8-Handbuch und kennzeichnen das ausdrücklich als Übertragung.

Die Originalpreise aus dem deutschen Dreame-Shop: Filter 15,59 bis 25,99 € (2–4× jährlich), Wischpads 19,99 € im Viererpack (2–4× jährlich), Staubbeutel 17,99 € im Dreierpack (bei täglichem Betrieb der größte Posten), dazu Reinigungs- und Entkalkerlösung für rund 15 €.

  • Bei der Hauptbürste gilt eine wichtige Unterscheidung: Die TriCut-Anti-Tangle-Walze mit integrierter Schneidklinge sollten Sie im Original kaufen, weil Nachbauten genau dieses Funktionsdetail selten sauber treffen. Bei einfachen Gummiwalzen sind Drittanbieter unbedenklich – Bauformen und Kompatibilitätslisten in Dreame Bürsten.
  • Filter sind der häufigste Grund für nachlassende Saugkraft und werden fast immer zu selten getauscht: Dreame Filter.
  • Die Wischpads der X-Serie sind runde Drehpads mit Klettaufnahme – sie passen weder auf die Walzenmodelle der Aqua10-Reihe noch auf die Matrix10-Wechselmopps: Dreame Wischpads.
  • Staubbeutel unterscheiden sich zwischen den Stationsgenerationen; prüfen Sie die Typbezeichnung, bevor Sie einen Vorrat kaufen: Dreame Staubbeutel.

Die vollständige Rechnung mit drei Beispielhaushalten und dem direkten Vergleich Original gegen Nachbau steht in Saugroboter-Folgekosten.

Häufige Fragen

Klettert der X50 wirklich 6 Zentimeter?

Die 6 cm sind eine Herstellerangabe unter idealen Bedingungen. Im praktischen Test von SmarthomeAssistent überwand der baugleiche X50 Master 4,4 cm zuverlässig. Das ist immer noch mehr als das Doppelte dessen, was Standardgeräte schaffen. Entscheidend ist neben der Höhe die Kantenform: Eine scharfkantige Schwelle mit senkrechter Flanke ist deutlich schwieriger als eine angeschrägte. Messen Sie Ihre kritischste Schwelle und rechnen Sie einen Sicherheitsabstand ein.

X50 Ultra Complete oder X50 Master?

Der Roboter ist derselbe. Entscheiden Sie über die Station: Das Complete-Modell hat Tanks, die Sie von Hand füllen und leeren, dafür können Sie es überall aufstellen. Der Master braucht Wasseranschluss und Abfluss, ist dann aber vollständig wartungsfrei im Wasserbetrieb – und mit 24,9 cm Höhe passt seine Station unter viele Arbeitsplatten. Wer die Anschlüsse hat, nimmt den Master.

Lohnt der X60 Pro Ultra gegenüber dem X50?

Nur bei sehr speziellen Anforderungen. Die 42.000 Pa bringen im Alltag wenig zusätzliche Reinigungsleistung, und die Gesamtnote im Test lag mit 2,8 unter der des günstigeren X50 Master. Echte Argumente für den X60 sind der doppelt gelenkige Wischarm mit 18 cm Reichweite – interessant bei vielen offenen Kanten und Sockelleisten – und die Fähigkeit, doppelte Schwellenstufen zu überwinden. Kosten Sie ansonsten lieber den Preisunterschied als Ersatzteil-Budget aus.

Wie viel Wartung braucht ein X-Modell?

Weniger als frühere Generationen, aber nicht keine. Die Reinigungswanne der Station setzt trotz Selbstreinigung Rückstände an und sollte monatlich ausgewischt werden; beim X40 mit Siebsystem häufiger als beim X50 mit glatter Wanne. Dazu kommen die beweglichen Teile, die es bei anderen Marken nicht gibt: Die ProLeap-Beine und die Ausfahrmechanik der Wischarme sammeln Haare an Stellen, an denen niemand nachschaut. Ein Blick alle zwei Wochen verhindert Ärger. Wer sich vor dem Kauf einen Überblick über die Oberklasse verschaffen will, findet ihn in Premium-Saugroboter.

Fazit: unsere Empfehlung

Der X50 Ultra Complete ist für die meisten Interessenten die richtige Wahl innerhalb der Serie: Er bringt die beiden Funktionen, für die man diese Reihe überhaupt kauft – Kletterwerk und einfahrbarer Laserturm –, ist inzwischen deutlich im Preis gefallen und hat eine ausgereifte Firmware. Wer Wasseranschluss und wenig Stellfläche hat, nimmt stattdessen den X50 Master: gleiche Technik, kompaktere Station, im Test die besseren Saugwerte.

Der X40 Ultra Complete ist die ehrliche Sparoption für alle, die keine hohen Schwellen und keine sehr niedrigen Möbel haben – ein ausgereiftes ehemaliges Topmodell mit voller Station zum halben Preis, dessen Ersatzteilversorgung gesichert ist. Der X60 Pro Ultra lohnt nur, wenn Sie die doppelte Schwellenstufe oder die extreme Kantenreichweite wirklich brauchen.

Und die wichtigste Einschränkung zum Schluss: Die X-Serie ist eine Saug- und Kletterserie, keine Wischserie. Wenn Ihr Hauptproblem eingetrocknete Flecken sind, sollten Sie den Aufpreis nicht in ein X-Modell stecken, sondern in ein Gerät mit Wischwalze. Wie Dreame damit gegen den Hauptkonkurrenten dasteht, klären wir in Roborock oder Dreame.

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