Narwal hat sich einen Ruf als Wisch-Spezialist erarbeitet: Während andere Hersteller vor allem an der Saugleistung schrauben, drückt Narwal seit jeher zwei rotierende Wischpads mit hohem Anpressdruck auf den Boden und wäscht sie in der Station wieder aus. Die Freo-Serie ist inzwischen aber unübersichtlich geworden – Freo S, Freo X Ultra, Freo Z Ultra, Freo Z10, Freo Z10 Ultra stehen teilweise gleichzeitig im Handel, zu Preisen zwischen 250 und 750 Euro. Dieser Ratgeber sortiert die Modelle, erklärt den entscheidenden Unterschied zwischen ihnen und sagt, wo Narwal wirklich stark ist und wo nicht. Wir testen nicht selbst, sondern werten Hersteller- und Testangaben aus.
- Der wichtigste Unterschied innerhalb der Freo-Serie ist nicht die Saugleistung, sondern ob die Station den Staub absaugt. Der Freo X Ultra komprimiert den Staub im Roboter und hat bewusst keine Absaugfunktion – die Z-Modelle haben sie.
- Serienlogik: Freo S = Einstieg mit Absaugstation, Freo X Ultra = Wischspezialist mit Staubkompression, Freo Z / Z Ultra / Z10 / Z10 Ultra = Vollausstattung mit Doppelkamera-Hinderniserkennung.
- Die Freo-Modelle sind mit 10,7 bis 11,0 cm Bauhöhe vergleichsweise hoch. Unter niedrige Sideboards und Betten kommen sie oft nicht – vor dem Kauf nachmessen.
- Pa-Angaben sind Herstellerwerte: 8.000 Pa (Freo S), 8.200 Pa (Freo X Ultra), 18.000 Pa (Freo Z10 Ultra). Zwischen Marken sind diese Zahlen nicht vergleichbar, innerhalb der Serie taugen sie als grobe Rangfolge.
- Ehrlicher Hinweis zum Zubehör: Im deutschen Narwal-Shop waren zuletzt mehrere Verschleißteile für die älteren Freo-Modelle als ausverkauft gelistet. Kaufen Sie Ersatzteile lieber auf Vorrat, statt im Bedarfsfall zu warten.
Unsere Empfehlung für die meisten Haushalte – aktuelle Sensorik, komplette Station, realistischer Preis:
Hinweis: Der zweite Kasten führt auf die Amazon-Suche. Der Freo X Ultra ist dort momentan nur sporadisch als Gerät gelistet – wir verlinken deshalb die Suche statt einer einzelnen, womöglich schnell vergriffenen Anzeige.
Das aktuellste Vollausstattungsmodell der Freo-Reihe: 18.000 Pa nach Herstellerangabe, zwei Kameras mit zwei Recheneinheiten für die Objekterkennung, ausfahrbare Wischeinheit für Kanten und eine Station, die absaugt, die Pads wäscht und trocknet. UVP 749 €, im Handel regelmäßig darunter.
Für wen sich ein Narwal Freo eignet
Narwal ist die Marke für Haushalte, in denen das Wischen wichtiger ist als das Saugen. Die zwei rotierenden Pads arbeiten mit spürbarem Anpressdruck und werden in der Station mit Wasser ausgewaschen – nicht nur befeuchtet. Wer viel Fliese, Vinyl oder versiegeltes Parkett hat und den Boden regelmäßig feucht haben will, bekommt hier eine der ausgereiftesten Umsetzungen im Markt.
Der zweite Grund ist die Autarkie. Die Freo-Stationen dosieren Reinigungsmittel selbst, füllen den Roboter mit Frischwasser, sammeln Schmutzwasser und trocknen die Pads mit Warmluft. Der Freo S geht einen anderen Weg und speichert den Staub in einem 3,5-Liter-Beutel, der laut Hersteller bis zu 180 Tage reicht.
Weniger geeignet ist Narwal in zwei Situationen. Erstens bei viel Hochflorteppich: Die Stärke der Marke liegt auf Hartboden, auf Teppich sind andere Anbieter mindestens ebenbürtig. Zweitens bei niedrigen Möbeln – die Freo-Modelle bauen mit knapp 11 cm hoch. Und ein dritter Punkt, den man kennen sollte: Narwal ist als Marke jünger und kleiner als Roborock oder Ecovacs, das Ersatzteilangebot ist entsprechend dünner.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Station: absaugen oder komprimieren
Das ist die zentrale Frage bei Narwal, und sie wird selten klar kommuniziert. Der Freo X Ultra hat eine Station, die die Wischpads wäscht, trocknet und Reinigungsmittel zudosiert – aber keine Absaugfunktion. Stattdessen komprimiert der Roboter den Staub in seinem eigenen, ungewöhnlich großen Behälter (0,8 bis 1 Liter). Das spart Beutelkosten und Stationslärm, bedeutet aber, dass Sie den Behälter selbst entleeren. Die Z-Modelle haben dagegen eine klassische Absaugung in einen 2,5-Liter-Beutel. Beides ist legitim – aber Sie sollten wissen, was Sie kaufen. Grundsätzliches dazu steht in unserem Ratgeber Saugroboter mit Absaugstation.
Hinderniserkennung
Die Freo-Modelle navigieren per LiDAR. Die Oberklasse ergänzt das um zwei Kameras mit eigener Recheneinheit; beim Freo Z10 Ultra gibt Narwal an, damit über 200 Objektarten zu unterscheiden und zwischen trockenem und flüssigem Schmutz zu differenzieren. Das ist in Wohnungen mit Kabeln, Spielzeug oder Haustieren der Aufpreis wert. Der Freo S kommt ohne diese Kameras aus.
Bauhöhe und Schwellen
Freo X Ultra: 10,7 cm. Freo Z Ultra: 10,8 cm. Freo Z10: 10,96 cm. Das ist deutlich mehr als bei aktuellen Modellen mit einfahrbarem Laserturm, die bei 8 bis 9 cm liegen. Messen Sie die Bodenfreiheit unter Sofa, Bett und Sideboard, bevor Sie sich festlegen. Beim Freo S nennt der Hersteller eine Schwellenhöhe von 20 mm – für Altbau-Türschwellen ist das knapp.
Die Freo-Modelle im Vergleich
| Modell | Navigation | Station | Preisklasse |
|---|---|---|---|
| Freo S | LDS-LiDAR | nur Absaugen, 3,5-l-Beutel (bis 180 Tage) | ca. 250–300 € |
| Freo X Ultra | LiDAR | Padwäsche + Reinigungsmittel, ohne Absaugung | ca. 400–550 € |
| Freo Z Ultra | LiDAR + Doppelkamera | Absaugen (2,5 l) + Padwäsche + Trocknung | ca. 500–600 € |
| Freo Z10 | LiDAR | Absaugen + Padwäsche, 4,5 l Frisch-/4,0 l Schmutzwasser | ca. 380–500 € |
| Freo Z10 Ultra | LiDAR + Doppelkamera, Dual-Chip | Absaugen + Heißwasserwäsche + Trocknung | ca. 520–750 € |
Zwei ehrliche Einordnungen dazu. Erstens: Der Freo X Ultra ist trotz seines Alters (Marktstart März 2024) das am besten bewertete Modell der Reihe – testberichte.de führt ihn mit der Gesamtnote 1,6 und lobt ausdrücklich Wischergebnis, große Staubkammer und leisen Betrieb. Kritisiert wird genau die fehlende Absaugfunktion der Station. Zweitens: Beim neueren Freo Z10 Ultra fällt die Bewertung differenzierter aus – in der laufenden Auswertung von smarthomeassistent.de liegt die Zwischennote bei 3,2, wobei die Wischleistung schlechter abschneidet als die Saugleistung. Mehr Pa auf dem Datenblatt bedeutet also nicht automatisch das bessere Gerät.
Neben der Freo-Reihe hat Narwal 2025 und 2026 mit dem Flow und dem Flow 2 eine zweite Linie gestartet, die statt Pads eine durchgehende Wischwalze mit Frischwasserzufuhr nutzt. Der Flow 2 wurde von der connect-Redaktion mit „überragend“ bewertet und arbeitet mit 12 N Anpressdruck, Heißwasser und nur 9,5 cm Bauhöhe – kostet mit 1.099 € zum Start aber auch deutlich mehr. Wer den bestmöglichen Wischroboter sucht und das Budget hat, sollte diese Linie mit auf die Liste nehmen; unser Wischroboter-Vergleich ordnet die Systeme markenübergreifend ein.
Der Preis-Tipp für alle, denen das Wischergebnis wichtiger ist als eine absaugende Station:
Für Haushalte mit viel Hartboden: 8.200 Pa, bis zu 180 Minuten Laufzeit, sehr leiser Betrieb und ein ungewöhnlich großer Staubbehälter mit Kompression – dafür ohne Staubbeutel und ohne laufende Beutelkosten. testberichte.de vergibt die Gesamtnote 1,6. Ehrlich dazu: Der Behälter wird von Hand entleert.
Zu diesem Modell haben wir über die Amazon-Produktsuche kein Angebot gefunden. Die Angaben oben stammen aus den Herstellerdaten und bleiben als Einordnung stehen; ein Kauflink lässt sich dafür derzeit nicht setzen.
Was ein Narwal Freo im Betrieb kostet
Narwal setzt beim Zubehör auf ein Original-Komplettset für 39,99 €, das Wischtücher, Bürsten, Filter, Staubbeutel und Reinigungslösung abdeckt. Einzeln aufgerufen werden im deutschen Narwal-Shop unter anderem: Seitenbürste 11,99 €, HEPA-Filter 10,99 bis 11,99 €, Rollenbürste 11,99 € (Anti-Tangle-Variante 16,99 €), Wischtücher 17,99 €, Staubbeutel im Dreierpack 9,99 €, Bodenreiniger 19,99 €. Wer mehr als zwei dieser Positionen braucht, fährt mit dem Set günstiger.
Auf ein Jahr gerechnet – ein Satz Wischtücher, zwei Filter, eine Rollenbürste, zwei Seitenbürsten und Staubbeutel – landen Sie bei rund 60 bis 90 €. Beim Freo X Ultra fällt der Beutelposten weg, dafür sollten Sie den Reiniger einplanen.
Der Punkt, den wir offen ansprechen: Die Verfügbarkeit schwankt. In der Zubehör-Kollektion für den älteren Freo waren zuletzt sämtliche Positionen als ausverkauft markiert, beim Freo X Ultra waren Rollenbürste und Filter lieferbar, Wischtücher, Seitenbürste und Staubbeutel dagegen nicht. Für die Freo-Serie gibt es Drittanbieter-Komplettkits um 38 bis 40 € – bei rein mechanischen Verschleißteilen ist das eine unproblematische Alternative. Alle Details dazu stehen in unserem Ratgeber zum Narwal-Zubehör, die markenübergreifende Rechnung unter Saugroboter-Folgekosten.
Häufige Fragen
Freo X Ultra oder Freo Z10 – welcher ist der bessere?
Es ist eine Systementscheidung, keine Frage von besser oder schlechter. Der X Ultra ist der bessere Wischer und kommt ohne Staubbeutel aus, verlangt aber, dass Sie den Behälter selbst leeren. Der Z10 nimmt Ihnen auch das ab, kostet dafür laufend Beutel und ist beim Absaugvorgang laut. Bei Tierhaaren würden wir zum Z10 raten, bei viel Hartboden und wenig Staubaufkommen zum X Ultra.
Lohnt sich der Aufpreis für die Doppelkamera?
Wenn bei Ihnen regelmäßig Kabel, Socken oder Spielzeug am Boden liegen: ja. Ein reiner LiDAR erkennt flache Objekte schlecht. Wenn der Boden ohnehin frei ist, sparen Sie sich das Geld und nehmen den Freo Z10 oder den Freo S.
Wie laut ist die Station?
Das Absaugen ist bei allen Marken kurz und laut – das gilt auch für die Z-Modelle. Narwal gibt für den Fahrbetrieb des Freo Z10 Ultra 56 dB an, für den Freo X Ultra werden in Tests sogar 33 dB im leisen Modus genannt. Wenn Sie nachts reinigen lassen wollen, planen Sie das automatische Entleeren über die App auf eine Tageszeit, in der niemand schläft.
Wie steht Narwal im Vergleich zu Roborock und Dreame da?
Beim Wischen auf Augenhöhe oder besser, bei Saugleistung auf Teppich und bei Kletterfähigkeit meist etwas dahinter. Der größte praktische Unterschied ist die Ersatzteilversorgung: Roborock und Dreame haben in Deutschland ein Vielfaches an Zubehörpositionen im Handel. Wer Wert auf jederzeit verfügbare Verschleißteile legt, sollte das mitbedenken.
Fazit: unsere Empfehlung
Für die meisten Haushalte ist der Narwal Freo Z10 Ultra die richtige Wahl innerhalb der Serie: aktuelle Sensorik mit zwei Kameras, ausfahrbare Wischeinheit für Kanten, komplette Station mit Absaugung und Heißwasserwäsche – und ein Straßenpreis, der deutlich unter der UVP liegt.
Wenn Ihnen das Wischergebnis wichtiger ist als der letzte Automatikschritt, ist der Freo X Ultra nach wie vor die bessere und günstigere Wahl – mit der besten Testbewertung der Reihe und ohne laufende Beutelkosten. Und wer nur einen soliden Saug- und Wischroboter mit langem Entleerungsintervall sucht, bekommt mit dem Freo S für rund 250 bis 300 € ein ehrliches Einstiegsgerät, sollte aber wissen, dass der Wassertank von Hand befüllt wird.
Ein praktischer Rat zum Schluss: Legen Sie sich beim Kauf gleich einen Satz Verschleißteile mit in den Warenkorb. Bei Narwal ist die Verfügbarkeit der Schwachpunkt – und ein Roboter, der wegen einer fehlenden 12-Euro-Bürste stillsteht, ist ein teures Ärgernis.
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