Nasssauger-Filterarten: die sechs Typen im Überblick

Beim Nass-/Trockensauger heißt „der Filter“ je nach Gerät etwas anderes: eine Faltenkassette, eine Patrone, ein Schaumstoffring, ein Beutel – oder ein Nachrüstteil, das es nur für Profigeräte gibt. Wer das verwechselt, kauft ein Teil, das nicht passt, oder lässt beim Nasssaugen genau das im Gerät, was dabei heraus muss. Dieser Ratgeber sortiert die sechs belegten Filterarten mit Aufgabe, Einbauort und Nass-Eignung – und benennt die Stelle, an der sich Kärchers eigene Angaben widersprechen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs Typen, drei Bauprinzipien: Dauerfilter am Gerät (Flachfalten-, Patronen-, Schaumstofffilter), Beutel im Behälter (Papier, Vlies) und der HEPA-Nachrüstfilter, den es nur für Profibaureihen gibt.
  • Kärcher schreibt für WD 4/5/6: „Immer mit eingesetztem Flachfaltenfilter arbeiten, sowohl beim Nass- als auch beim Trockensaugen!“ Einhell erklärt den Faltenfilter dagegen für „ausschließlich zum Trockensaugen geeignet“.
  • Der Patronenfilter der Geräte WD 1–WD 3 ist laut Kärcher für „Nass- und Trockensaugen ohne zusätzlichen Filterwechsel“ ausgelegt.
  • Der Beutel muss beim Nasssaugen praktisch überall heraus – auch der reißfeste Vliesbeutel.
  • Material: Flachfaltenfilter 2.863-005.0 = Zellulose, Renovation-Filter 2.863-354.0 = Polyester, feuchtigkeitsbeständig.

Für die größte Gerätegruppe in deutschen Kellern – die WD-Serie ab WD 4 – ist die Sache eindeutig: Dort sitzt ein Flachfaltenfilter als Hauptfilter, und der bleibt nass wie trocken eingebaut.

Filterkassette passend für Karcher 6.414-080.0 HEPA H13 T12/1-T15/1
Filterkassette passend für Karcher 6.414-080.0 HEPA H13 T12/1-T15/1

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Hauptfilter der WD-4-, WD-5- und WD-6-Serie sowie des WD 7 Control P S 30/6/35/T. Zellulose, braun, 163 × 104 × 50 mm. Das Originalteil für alle, die schlicht nachkaufen wollen – im Handel zuletzt 17,99 € (reduziert von 23,99 €) bzw. 22,26 €.

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Worum es geht: Filter, Beutel – und warum die Unterscheidung zählt

Ein Nass-/Trockensauger hat zwei Aufgaben, die sich technisch beißen. Trocken soll möglichst viel Staub an möglichst großer Filterfläche hängen bleiben; nass soll Wasser in den Behälter laufen, ohne Filtermaterial zu durchtränken. Aus den verschiedenen Lösungen dieses Konflikts entstehen die sechs Filterarten. Die Folgen einer Verwechslung sind unterschiedlich schwer: Ein zugesetzter Filter kostet Saugleistung, ein Beutel im Nassbetrieb kostet den Beutel – „zugesetzte Filterbeutel können platzen“, schreibt Kärcher –, ein fehlender Hauptfilter im Trockenbetrieb führt Staub direkt an den Motor. Welche Kombination Ihr Gerät verlangt, steht allein in dessen Anleitung; die Bandbreite der Vorgaben zeigt Filter beim Nasssaugen – rein oder raus?

1. Flachfaltenfilter (Filterkassette)

Aufgabe: Hauptfilter. Einbauort: im Saugkopf, direkt vor dem Gebläse. Nass-Eignung: bei Kärcher WD 4 bis WD 7 bleibt er eingebaut. Die gefaltete Kassette bringt auf wenig Bauraum viel Fläche unter und ist deshalb die Standardlösung der mittleren und großen Geräte. Kärcher formuliert in der Betriebsanleitung zu WD 5 und WD 6 (Ausgabe 02/19): „Immer mit eingesetztem Flachfaltenfilter arbeiten, sowohl beim Nass- als auch beim Trockensaugen!“ Auch Festool lässt den Hauptfilter drin und schreibt nur: „Nach dem Nasssaugen, Hauptfilter trocknen lassen!“ Bei anderen Marken gilt das Gegenteil: Einhell erklärt den Faltenfilter für „ausschließlich zum Trockensaugen geeignet“, Bosch Professional verlangt beim GAS 15, „dass beim Nasssaugen der Hauptfilter (19) aus dem Sauger entnommen ist“. Dieselbe Bauform, drei Vorgaben – eine Faustregel gibt es nicht.

2. Patronenfilter

Aufgabe: Hauptfilter der kleinen Geräte. Einbauort: als Zylinder über den Filterkorb gestülpt. Nass-Eignung: ja. Kärcher führt den Patronenfilter KFI 3310 (2.863-303.0) für WD 1 Classic, die WD-2- und WD-3-Serie sowie MV 2 und MV 3 und nennt als Eigenschaft ausdrücklich „Nass- und Trockensaugen ohne zusätzlichen Filterwechsel“. Einschränkung: Ein nass gewordener Patronenfilter muss trocknen, bevor wieder trocken gesaugt wird.

3. Nassfilter / Schaumstofffilter

Aufgabe: Ersatzteil für den Nassbetrieb, kein Feinstaubfilter. Einbauort: über dem Filterkorb, anstelle des Faltenfilters. Nass-Eignung: nur nass. Parkside beschreibt für den PNTS 1500 D5: „Zum Nass-Saugen oder Wasser absaugen setzen Sie den Schaumstoff-Filter (16) auf den Filterkorb (3b) auf.“ Bei Einhell ersetzt er den Faltenfilter. Für Kärcher WD 2 und WD 3 wird ein Schaumstofffilter als Sonderzubehör erwähnt – eine Kärcher-Artikelnummer dafür ließ sich in den offiziellen Listen nicht belegen.

4. Papierfiltertüte

Aufgabe: Staub sammeln und vorfiltern. Einbauort: im Behälter. Nass-Eignung: nein. Der klassische Papierbeutel ist in den aktuellen Kärcher-Listen kaum noch zu finden. Für MV 3 und WD 3 kursiert die Nummer 6.959-130.0 (5 Stück) – nur über Händler belegt, nicht über karcher.com; ein Händler gibt an, sie sei durch den Vliesbeutel 2.863-314.0 ersetzt worden.

5. Vliesfiltertüte

Aufgabe: wie der Papierbeutel, aber mit mehr Reserve. Einbauort: im Behälter. Nass-Eignung: uneinheitlich beschrieben – siehe Hinweiskasten. Der dreilagige Vliesbeutel gilt als „extrem reißfest“ und hält Feinstaub besser zurück als Papier. Kärcher führt zwei Größen: KFI 357 (2.863-314.0) bis WD 3, KFI 487 (2.863-006.0) für WD 4 bis WD 7 Control.

6. HEPA-Nachrüstfilter

Aufgabe: Feinstaubabscheidung auf Filterklassenniveau. Einbauort: anstelle des Serienfilters. Nass-Eignung: modellabhängig. Wichtig für Besitzer eines Haushaltsgeräts: In den belegten Kärcher-Listen gibt es diese Filter nur für Profibaureihen, nicht für WD. Der HEPA-13-Filter 6.414-080.0 (99,95 %, zertifiziert nach DIN EN 1822:2019) gehört zu BV 5/1, T 12/1, T 15/1 und T 17/1, der Glasfaserfilter 6.904-242.0 (99,995 % nach EN 1822, Staubklasse H) zu NT 30/1 Ap Te H, NT 50/1 Tact Te H ACD und NT 75/1 Me Ec H Z22. Dazu eine Unstimmigkeit: Kärcher führt 6.904-242.0 auf eigenen Seiten sowohl als HEPA 13 als auch als HEPA 14 – wir legen den Grad nicht fest. Was das Wort „HEPA“ in Herstellerangaben trägt, zeigt HEPA-Filter beim Saugroboter.

Kompatibilität: Typ, Nummer, Baureihe

Alle Nummern stammen von karcher.com, sofern nicht anders gekennzeichnet.

Typ Nummer Baureihen (Auszug) Nass?
Patronenfilter KFI 3310 2.863-303.0 WD 1 Classic, WD 2 (alle), WD 3 (alle), WD 3.200/3.300 M/3.500 P, KWD 3 S, MV 2, MV 3 ja
Flachfaltenfilter KFI 4410 (Zellulose) 2.863-005.0 WD 4, WD 5 (inkl. Control/Premium/Renovation), WD 6, WD 7 Control P S 30/6/35/T ja, bleibt eingebaut
Flachfaltenfilter Renovation KFI 4440 (Polyester) 2.863-354.0 WD-4-, WD-5-, WD-6-, WD-7-Serie feuchtigkeitsbeständig (Herstellerangabe)
Vliesfilterbeutel KFI 357 (4 St.) 2.863-314.0 WD 1 Classic, WD 2/WD 3, KWD 3 S, SE 4 / SE 4 Plus / SE 4001 / SE 4002 nein (Anleitung)
Vliesfilterbeutel KFI 487 (4 St.) 2.863-006.0 WD 4/5/6, WD 7 Control, SE 5.100, SE 6.100 nein (Anleitung)
Flachfaltenfilter (Trockensauger) 6.414-498.0 A 2701, A 2731 pt, A 2801 plus, SE 2001, SE 3001, SE 5, SE 5.100, SE 6 – nicht für WD
HEPA 13, 99,95 %, DIN EN 1822:2019 6.414-080.0 BV 5/1, T 12/1, T 15/1, T 17/1 – nicht WD
HEPA-Glasfaser, Staubklasse H, 99,995 % 6.904-242.0 NT 30/1 Ap Te H, NT 50/1 Tact Te H ACD, NT 75/1 Me Ec H Z22 modellabhängig
Flachfaltenfilter PES, Staubklassen M und L (Händlerbeleg) 6.907-662.0 NT 30/1, NT 35/1, NT 40/1 modellabhängig

Zwei verbreitete Annahmen ließen sich nicht bestätigen. Erstens ist „6.415-xxx.x ist die Profi-Nummernreihe“ widerlegt – die einzige gefundene 6.415er-Nummer (6.415-953.0, KFI 7420) gehört zu den AD-Aschesaugern. Zweitens enthalten die offiziellen Kärcher-Listen keine MV-Modelle außer MV 2 und MV 3; die Gleichsetzung MV 4/5/6 mit WD 4/5/6 stammt aus dem Handel. Kärcher selbst rät: „Achten Sie beim Kauf und Einbau von Filterbeutel und Flachfaltenfilter auf die aktuellen Teilenummern.“

Für die kleinen Geräte bis WD 3 ist der Patronenfilter das Teil, das beides kann – und deshalb das am häufigsten falsch bestellte, weil viele nach „Faltenfilter“ suchen:

AVAENZO 3 Stück Patronenfilter KFI 3310 2.863-303.0 für Kärcher WD2 Plus, WD3, WD3S,
AVAENZO 3 Stück Patronenfilter KFI 3310 2.863-303.0 für Kärcher WD2 Plus, WD3, WD3S,

19,99 €

Hauptfilter für WD 1 Classic, WD 2 und WD 3 (alle Varianten) sowie MV 2 und MV 3, zuletzt 20,49 € im Handel. Laut Kärcher für „Nass- und Trockensaugen ohne zusätzlichen Filterwechsel“ ausgelegt – wer oft wechselt, fährt mit einem zweiten Exemplar besser.

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Was die Hersteller sagen – und wo sie sich widersprechen

Zum Beutel sind sich alle ausgewerteten Anleitungen einig. Kärcher: „Zum Nasssaugen darf kein Filterbeutel eingesetzt werden!“ – in neueren HTML-Anleitungen abgeschwächt zu „Verwenden Sie beim Nasssaugen keinen Filterbeutel.“ Makita zum VC3012M: „Vor dem Aufsaugen von Flüssigkeiten den Filtersack entfernen.“ Nilfisk zu Multi 20/30: „Entfernen Sie immer den Filterbeutel, bevor Sie Flüssigkeiten aufsaugen.“ Festool: „Filtersack entfernen!“

Widerspruch beim Vliesfilterbeutel: Anleitung gegen Produktbeschreibung

Der Vliesfilterbeutel KFI 487 (2.863-006.0) wird in Händlerbeschreibungen als für „trockenen und nassen Schmutz“ geeignet beworben. Dieselbe Betriebsanleitung, die zum Gerät gehört, sagt dagegen: „Zum Nasssaugen darf kein Filterbeutel eingesetzt werden!“ Beide Aussagen kursieren unter Kärcher-Etikett. Verbindlich ist die Betriebsanleitung – die Marketingbeschreibung ist kein Freibrief, den Beutel im Nassbetrieb im Gerät zu lassen. Der Grund liegt nahe: Ein durchnässter Beutel verliert seine Struktur und kann platzen, worauf Kärcher an anderer Stelle selbst hinweist.

Genauso wichtig ist, wo die Hersteller nichts sagen. Kärcher nennt in keiner ausgewerteten Betriebsanleitung ein Wechselintervall für den Hauptfilter – nur Reinigungsanweisungen und Zustandskriterien. Beim WD 7 Control tritt an die Stelle des fehlenden Intervalls eine Anzeige: „FILT!elligence™ – das intelligente Filterkontrollsystem“ meldet per LED, wann Reinigung oder Wechsel fällig ist.

Zellulose oder Polyester – der Materialunterschied

Für dieselbe WD-Baureihe gibt es zwei Flachfaltenfilter mit identischen Maßen (163 × 104 × 50 mm), aber aus verschiedenem Material. Der Serienfilter KFI 4410 (2.863-005.0) besteht aus Zellulose und ist braun; der Renovation-Filter KFI 4440 (2.863-354.0) besteht aus Polyester, ist weiß, hat eine Anti-Haft-Beschichtung und ist laut Kärcher feuchtigkeitsbeständig und „für langanhaltende Saugleistung beim Saugen von Feinstaub“ gedacht. Preislich liegen sie nah beieinander: 17,99 € bis 22,26 € gegenüber 22,49 €. Wichtig: Das ist eine Materialeigenschaft, keine Staubklasse.

Original oder Nachbau

Der Drittanbietermarkt ist breit belegt: McFilter, Staubsaugerladen.de, Trade-Shop und – für Parkside – Grizzly.

Teil Original Kompatibel
Flachfaltenfilter WD 4–6 (2.863-005.0) 17,99 € (von 23,99 €) bzw. 22,26 € 13,95 €
Vliesfilterbeutel WD 4–6 (2.863-006.0) 4 St. 17,99 € = 4,50 €/Beutel 5 St. 14,95 € = 2,99 €/Beutel

Dem gegenüber steht eine Klausel: Die abgerufenen Kärcher-Garantiebedingungen nennen als Ausschlussgrund „Verwendung von Nicht-Originalzubehör oder Nicht-Originalersatzteilen von Kärcher“ und halten fest, „Verschleissteile sind nicht Bestandteil der Garantie“. Einschränkung: Das Dokument verwendet Schweizer Orthografie und die Firmierung „Kärcher AG“ – vermutlich die Schweizer Fassung; als Aussage von Kärcher Deutschland zitieren wir es nicht. Alle Preise stammen aus dem Handel, Stand 22.08.2026 – auf karcher.com wurde kein Preis angezeigt.

In der Praxis: vier Fehler, die immer wieder passieren

  • Den Beutel im Nassbetrieb drinlassen. Der häufigste Fehler – er kostet den Beutel und macht den Behälter zur Reinigungsaufgabe.
  • Faltenfilter und Patronenfilter verwechseln. Bis WD 3 eine Patrone (2.863-303.0), ab WD 4 eine Kassette (2.863-005.0).
  • Den nassen Hauptfilter sofort wieder trocken einsetzen. Kärcher verlangt, ihn vorher „vollständig trocknen lassen“.
  • Aus einer Nummer auf eine Baureihe schließen. 6.414-498.0 sieht aus wie ein WD-Filter, ist aber für A-, SE- und verwandte Geräte gelistet – „nicht für WD“.

Häufige Fragen

Kann ich den Flachfaltenfilter waschen?

Kärcher beschreibt genau das: „Den Flachfaltenfilter unter fließendem Wasser reinigen. Nicht abreiben oder abbürsten.“ Empfohlen nach jeder Anwendung, vor der Wiederverwendung „vollständig trocknen lassen“. Bei anderen Marken kann die Vorgabe abweichen.

Brauche ich einen Beutel, wenn ein Filter im Gerät ist?

Verpflichtend ist er nicht. Der Beutel ist eine zusätzliche Sammel- und Filterstufe, die die Entleerung sauberer macht und den Hauptfilter entlastet. Beim Nasssaugen muss er ohnehin heraus.

Welchen Filter brauche ich für Renovierungsarbeiten?

Kärcher bewirbt den Renovation-Filter 2.863-354.0 ausdrücklich für „Renovierungsarbeiten und Arbeiten mit Elektrowerkzeugen“. Für gewerbliche Arbeiten mit Staubklassenpflicht sind WD-Geräte allerdings nicht klassifiziert.

Passen Filter von WD 3 in einen WD 5?

Nein – Patrone gegen Kassette, zwei Bauformen. Welche Teile zu welchem WD-Gerät gehören, steht in Kärcher-WD-Filter: welcher passt zu welchem Gerät.

Fazit

Die sechs Filterarten lassen sich auf drei Fragen reduzieren. Habe ich ein Gerät bis WD 3 (Patronenfilter) oder ab WD 4 (Flachfaltenfilter)? Sagt meine Anleitung, dass der Hauptfilter beim Nasssaugen drinbleibt – oder verlangt sie einen Schaumstofffilter wie bei Einhell und Parkside, beziehungsweise das Entnehmen wie bei Bosch Professional? Und: Ist ein Beutel im Gerät? Dann muss er beim Nasssaugen heraus, unabhängig davon, was eine Produktbeschreibung verspricht. Alles Weitere ist Material und Nummer: Zellulose für den Alltag, Polyester für Feinstaub und Feuchtigkeit, HEPA nur dort, wo der Hersteller es anbietet – bei den Profibaureihen.

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