eufy – die Haushaltsmarke von Anker – hat sein Saugroboter-Programm 2026 komplett umgebaut. Aus der einst übersichtlichen RoboVac-Reihe sind fünf parallel laufende Serien geworden: Omni S, E, X, C und L. Gleichzeitig hat der Hersteller die Saugleistung seiner Spitzenmodelle von 8.000 auf 30.000 Pa hochgezogen und mit der HydroJet-Wischwalze ein neues Wischsystem eingeführt. Dieser Ratgeber sortiert das Programm nach Stand August 2026, zeigt die Preisspanne von rund 190 bis 1.500 Euro und sagt, welches eufy-Modell zu welchem Haushalt passt – und wo die Tests deutliche Schwächen dokumentieren.
- Die Serienlogik 2026: Omni S = Flaggschiff, Omni E = Hybrid mit hoher Saugkraft, X = Mittelklasse (aktuell nur X10 Pro Omni), Omni C = kompakt und flach, L = Einstieg mit LiDAR.
- eufy nutzt drei Wischsysteme: flaches Klettpad (alte RoboVac-Hybrid-Reihe, L60), rotierende Doppelpads (X10 Pro Omni, Omni C20) und die HydroJet-Wischwalze (Omni S2, E25, E28, C28).
- Preisspanne im deutschen Handel: L60 ab rund 190 €, Omni C20 ab rund 306 €, X10 Pro Omni ab rund 400 €, Omni C28 ab rund 499 €, Omni E25 ab rund 579 €, Omni E28 ab rund 649 €, Omni S2 ab rund 1.300 €.
- eufy ist beim Saugen stark und beim Wischen uneinheitlich: smarthomeassistent vergab dem Flaggschiff Omni S2 für die Wischleistung eine 5,9 – bei einem Gerät für 1.499 € UVP.
- Die Omni-S1-Serie führt eufy selbst als eingestellt. Wer sie im Abverkauf sieht, sollte das wissen.
Unsere Empfehlung für die meisten Haushalte – aktuelle Wischwalze, Komplettstation und ein realistischer Preis:
Nach Herstellerangabe 20.000 Pa, LiDAR-Navigation plus Kamera mit Strukturlicht, Moppanhebung um 10,5 mm auf Teppich und 5.200 mAh für bis zu 180 Minuten. Von testberichte.de mit 1,9 („gut“) geführt – das ausgewogenste eufy-Modell im mittleren Preisbereich.
Für wen sich eufy eignet
eufy war jahrelang die Marke für Menschen, die einen zuverlässigen Saugroboter ohne Schnickschnack wollten – die RoboVac-Reihe hat in Deutschland Hunderttausende Käufer gefunden, weil sie einfach funktionierte und günstig war. Dieses Erbe prägt die Marke bis heute: eufy positioniert sich in jeder Klasse etwas unter der direkten Konkurrenz von Roborock, Dreame und Ecovacs.
Am besten passt eufy zu Haushalten mit viel Hartboden und moderatem Anspruch ans Wischen, zu Wohnungen mit niedrigen Möbeln – die C-Serie ist mit 7,3 bis 8,5 Zentimetern ungewöhnlich flach – und zu allen, die einen Ersatzteilshop mit deutschsprachigem Service schätzen. eufy betreibt für Deutschland einen eigenen Ersatzteilshop mit rund 49 Positionen, in dem Rollbürsten, Seitenbürsten, Filter und Wischbezüge einzeln bestellbar sind. Das ist bei Fernost-Marken keine Selbstverständlichkeit.
Weniger passend ist eufy, wenn Sie kompromisslose Wischleistung suchen. Mehrere aktuelle Tests dokumentieren hier Schwächen: smarthomeassistent bewertete das Wischen beim Omni S2 mit 5,9, beim Omni E28 vergab dasselbe Portal 6,0 von 10 Punkten. Auch die Teppichleistung ist uneinheitlich – der E28 kam auf 93,38 von 100 Punkten auf Hartboden, aber nur auf 61,43 auf Teppich.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Welches Wischsystem. Das ist bei eufy die wichtigste Frage, weil drei Systeme parallel laufen. Das flache Klettpad an einem kleinen Wassertank (alte RoboVac-Hybrid-Reihe, L60) befeuchtet den Boden mehr, als es ihn reinigt. Rotierende Doppelpads (X10 Pro Omni, Omni C20) drücken mit Anpressdruck und schrubben spürbar besser. Die HydroJet-Wischwalze der aktuellen Omni-Modelle wird während der Fahrt permanent gespült und arbeitet damit durchgehend mit sauberem Textil.
Bauhöhe. eufy hat hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Einstiegssegment: Der C10 baut nur 7,3 Zentimeter, der Omni C20 8,5 Zentimeter, weil der Laser im Chassis statt in einem Turm sitzt. Zum Vergleich: Omni C28 und X10 Pro Omni bauen mit rund 11 Zentimetern deutlich höher. Messen Sie vor dem Kauf Ihre niedrigste Möbelunterkante.
Station mit oder ohne Beutel. Alle Omni-Modelle und die Auto-Empty-Varianten haben eine Absaugstation mit Beutel. eufy gibt beim Omni C28 bis zu 75 Tage zwischen zwei Beutelwechseln an. Die reinen L60- und C10-Basisvarianten haben nur eine Ladeschale – dort leeren Sie den Bordbehälter selbst.
Hinderniserkennung. Die Spanne ist groß. Das Flaggschiff Omni S2 nutzt 3D MatrixEye 2.0 und umfährt laut smarthomeassistent die meisten Haushaltsgegenstände zuverlässig. Der günstige Omni C20 hat dagegen einen im Chassis integrierten Laser, der sich zur Positionsbestimmung ständig selbst drehen muss – testsiegertv beschreibt dadurch Fehlmeldungen an Stuhlbeinen und ungereinigte Flächen. Der Preisunterschied bildet hier einen realen Funktionsunterschied ab.
Alte RoboVac-Modelle erkennen. Geräte wie RoboVac 11S, 15C, 30C, G20, G30 und G40 sind technisch überholt, aber weiterhin im Umlauf. Ersatzteile führt eufy weiterhin – eine einzige Rollbürste mit der Artikelnummer T2907031 deckt die halbe RoboVac-Familie ab. Als Neukauf sind sie nur noch bei sehr niedrigen Preisen sinnvoll.
Die eufy-Serien im Vergleich
| Modell | Wischsystem | Station | Preisklasse |
|---|---|---|---|
| Omni S2 | HydroJet-Walze, 29 cm | 12-in-1 UniClean, 60 °C, Ozon | 1.300–1.500 € |
| Omni E28 | HydroJet-Walze + abnehmbarer Nasssauger | All-in-One mit Beutel | 649–850 € |
| Omni E25 | HydroJet-Walze | All-in-One, 3 l Beutel | 579–650 € |
| Omni C28 | HydroJet-Walze | 5-in-1 Omni, bis 75 Tage | 499–599 € |
| X10 Pro Omni | MopMaster 2.0, rotierende Doppelpads | All-in-One mit Beutel | 400–500 € |
| Omni C20 | rotierende Doppelpads | Omni, ohne Heißlufttrocknung | 306–400 € |
| L60 / L60 Auto-Empty | flaches Klettpad | Ladeschale bzw. Absaugstation | 190–400 € |
Zur ehrlichen Einordnung der Pa-Angaben: eufy hat innerhalb von zwei Jahren von 8.000 auf 30.000 Pa aufgerüstet, aber die Testergebnisse sind dieser Zahl nicht im gleichen Maß gefolgt. Der Omni S2 mit 30.000 Pa nahm bei smarthomeassistent auf Laminat 92,15 Gramm auf – ein Wert, den günstigere Geräte anderer Marken mit deutlich niedrigeren Nennwerten übertreffen. Pa-Werte sind Herstellerangaben aus eigenen Laborläufen und taugen nicht als markenübergreifende Rangliste.
Bemerkenswert ist dagegen, wie gut sich das ältere Mittelklassemodell hält: Der X10 Pro Omni kam im März 2024 für 799 € UVP auf den Markt, wurde von der Stiftung Warentest im Rahmen ihres großen Saugroboter-Tests (test 12/2024, 44 Geräte) geprüft und ist heute für rund 400 bis 500 Euro zu haben. Für Haushalte, die rotierende Doppelpads bevorzugen, ist er im eufy-Programm nach wie vor das Preis-Leistungs-Argument.
Ehemals 799 € UVP, heute deutlich darunter: MopMaster-2.0-Doppelpads mit Anpressdruck, AI.See-Hinderniserkennung, All-in-One-Station und rund drei Stunden Laufzeit. Von der Stiftung Warentest in test 12/2024 mitgeprüft – ein bewährtes Gerät, kein Neuheitenrisiko.
Was ein eufy im Betrieb kostet
eufy gehört zu den günstigeren Marken im Unterhalt – das ist ein reales Argument, weil die Originalteile im deutschen eufy-Shop moderat kalkuliert sind. Die Ersatz-Rollbürste kostet 15,99 €, ein Viererpack Seitenbürsten 9,99 €, Bürstenschutz zwischen 7,99 und 10,99 €. Welche Bürste zu welchem Modell gehört und wo Nachbausets sinnvoll sind, klärt unser Ratgeber zu eufy-Bürsten.
Bei Filtern reicht die Spanne von 9,99 € für die klassische RoboVac-Reihe über 12,99 € für das Unibody-Filterset bis 25,99 € für neuere Varianten. eufy-Filter sind waschbar, was die Lebensdauer verlängert, den Tausch aber nicht ersetzt – nasse Fasern quellen auf und der Filter wird nie wieder vollständig durchlässig. Die Zuordnung aller acht Filtervarianten steht im Ratgeber zu eufy-Filtern.
Beim Wischmaterial liegt der Ersatz-Wischmopp im Doppelset bei 10,99 €, der Rolling Mop für die Walzenmodelle bei 14,99 €, Einweg-Wischtücher bei 19,99 € für zehn Stück. Dazu kommen bei allen Omni-Modellen Staubbeutel. Unterm Strich landen Sie bei einem eufy-Omni-Modell bei rund 70 bis 120 € pro Jahr mit Originalteilen – spürbar weniger als bei vergleichbaren Premium-Geräten anderer Marken. Den Vergleich über alle Marken finden Sie in unserer Übersicht zu den Folgekosten von Saugrobotern.
Häufige Fragen
Welches eufy-Modell ist das richtige für kleine Wohnungen?
Der Omni C20 mit 8,5 Zentimetern Bauhöhe oder der C10 mit 7,3 Zentimetern, wenn Wischen keine Rolle spielt. Beide kommen unter Möbel, an denen höhere Geräte scheitern. Bei beiden gilt aber die dokumentierte Einschränkung: Die Navigation des C20 ist laut testsiegertv fehleranfällig, weil sich der im Chassis integrierte Laser ständig drehen muss.
Lohnt sich das Flaggschiff Omni S2?
Nur eingeschränkt. Es bringt beeindruckende Technik mit – 29 Zentimeter breite Wischwalze, Ozon-Desinfektion des Wassers, Chassis-Lift für Hochflorteppich –, wurde von smarthomeassistent in der Wischdisziplin aber mit 5,9 bewertet und kann durch seine kantige Bauform nicht auf der Stelle drehen. Für 1.300 bis 1.500 Euro gibt es bei anderen Marken durchgängigere Geräte. Die Details zur ganzen Omni-Reihe stehen in unserem Vergleich der eufy Omni-Serie.
Was ist mit der Omni-S1-Serie?
eufy führt die Omni-S1-Serie selbst als eingestellt und verweist auf Nachfolger. Wenn Sie ein S1 oder S1 Pro im Abverkauf finden, ist das kein Ausschlusskriterium – Filter und Bürsten sind im eufy-Shop weiterhin gelistet –, aber Sie kaufen ein Modell ohne weitere Produktpflege. Der Preis sollte das klar abbilden.
Ist eufy für Tierhaare geeignet?
Ja, mit Einschränkung. Die neueren Modelle nutzen geteilte Hauptbürsten beziehungsweise DuroSpiral-Entwirrbürsten, die Haare deutlich seltener aufwickeln – beim Omni S2 vergab smarthomeassistent für die Haaraufnahme auf Hartboden und Kurzflor jeweils die Bestwertung. Bei Teppich sind die Ergebnisse dagegen uneinheitlich. Wenn Ihr Haushalt viel Hochflorteppich und ein haarendes Tier kombiniert, schauen Sie sich vor dem Kauf gezielt die Teppichwerte des jeweiligen Modells an.
Fazit: unsere Empfehlung
Für die meisten Haushalte ist der eufy Omni E25 das runde Paket: HydroJet-Wischwalze, LiDAR plus Kamera, Komplettstation mit 3-Liter-Beutel, testberichte.de-Note 1,9 und ein Straßenpreis um 580 bis 650 Euro. Er hat die aktuelle Technik ohne den Aufpreis der Flaggschiffe.
Wer weniger ausgeben will oder rotierende Doppelpads bevorzugt, greift zum X10 Pro Omni – ein bewährtes Gerät, das die Stiftung Warentest in ihrem großen Test von 2024 mitgeprüft hat und das heute rund die Hälfte seines Startpreises kostet. Für sehr niedrige Möbel bleibt der Omni C20 die einzige sinnvolle Option, wenn Sie mit den Navigationsschwächen leben können.
Vom Omni S2 zum vollen Preis raten wir ab, solange die Wischleistung in unabhängigen Tests so deutlich hinter dem Anspruch zurückbleibt. Und generell gilt bei eufy: Die Marke ist beim Saugen und bei den Folgekosten gut, beim Wischen wechselhaft. Wenn Wischen Ihre Hauptaufgabe ist, lesen Sie vor dem Kauf gezielt die Wischwertung des konkreten Modells – innerhalb derselben Marke liegen dort Welten dazwischen.
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