Roborock ist in Deutschland die meistverkaufte Saugroboter-Marke – und gleichzeitig die mit dem unübersichtlichsten Portfolio. Zwischen einem Q7 M5 für unter 200 Euro und einem Saros 20 für rund 1.000 Euro liegen vier Serien, ein gutes Dutzend Modellnamen und Zusätze wie „Curv“, „Edge“, „Master“, „Plus“ und „S5+“, die sich kaum jemand merken kann. Dieser Ratgeber sortiert das Angebot nach Serien, erklärt anhand belegter Testergebnisse, welche Unterschiede im Alltag zählen, und sagt offen, wo auch die teuren Roborock-Modelle schwächeln. Wir testen nicht selbst – wir werten aus, was unabhängige Redaktionen veröffentlichen, und rechnen die Folgekosten dazu.
- Roborock führt aktuell vier Linien: Q-Serie (Einstieg, ca. 150–400 €), Qrevo (Mittel- und Oberklasse, ca. 340–900 €), S-Serie (auslaufend) und Saros (Flaggschiff, ca. 770–1.000 €).
- Der wichtigste Unterschied ist nicht die Saugkraft, sondern die Bauhöhe: Saros-Modelle und der Qrevo Curv 2 Pro fahren ihren Sensorturm ein und messen nur 7,98 cm. Q-Serie und die meisten Qrevo-Modelle liegen bei 9,65–11,9 cm.
- Roborock ist im Saugen durchgängig stark: SmarthomeAssistent misst bei Saros 10R, Qrevo Curv 2 Pro und Saros 20 zwischen 98 und 99 von 100 Gramm Testschmutz auf Hartboden.
- Ehrlich zur Schwäche: Das Wischen bekommt bei Roborock in mehreren unabhängigen Tests nur „mangelhaft“ bis „ungenügend“. Wer eingetrocknete Flecken erwartet, sollte gezielt zum Walzenmodell Qrevo Curv 2 Flow greifen oder markenübergreifend vergleichen.
- Pa-Angaben sind reine Herstellerwerte und zwischen Marken nicht vergleichbar. Innerhalb von Roborock geben sie eine grobe Reihenfolge, aber der Qrevo Curv mit 18.500 Pa sammelte im Test praktisch dasselbe ein wie der Saros 20 mit 36.000 Pa.
Unsere Empfehlung für die meisten Haushalte – flach genug für Möbelunterkanten, stark beim Saugen und deutlich günstiger als das Topmodell:
Mit 7,98 cm Bauhöhe und der turmlosen StarSight-Navigation kommt er unter Sofas und Betten, an denen fast jeder andere Roboter scheitert. SmarthomeAssistent bewertet ihn mit 2,0 („gut“), das Saugen mit 1,5 – das Wischen dagegen nur mit 5,5. Für hartbodenlastige Wohnungen mit niedrigen Möbeln die runde Wahl.
Für wen sich ein Roborock eignet
Roborock ist die richtige Marke, wenn Ihnen Navigation und Zuverlässigkeit wichtiger sind als der Spitzenwert im Datenblatt. Die Kartierung gehört seit Jahren zum Besten am Markt, die App ist strukturiert und stabil, Mehretagen-Karten funktionieren zuverlässig, und die Ersatzteilversorgung in Deutschland ist ausgezeichnet – Original-Verschleißteile sind für praktisch jedes Modell direkt lieferbar, und der Drittanbietermarkt ist für keine andere Marke so breit.
Konkret passt Roborock besonders gut zu drei Situationen. Erstens zu Wohnungen mit viel Hartboden und niedrigen Möbeln: Die einfahrbaren Sensortürme der Saros-Reihe und des Qrevo Curv 2 Pro sind ein echter, im Alltag spürbarer Vorteil, kein Marketing. Zweitens zu Haushalten mit Haaren: Das DuoDivide-Doppelwalzensystem der neueren Modelle verhindert das Aufwickeln zuverlässig – im SmarthomeAssistent-Test des Qrevo Curv 2 Pro blieb kein einziges Haar hängen. Drittens zu Altbauwohnungen mit hohen Türschwellen: Das AdaptiLift-Chassis hebt den Roboter an und überwindet je nach Modell 3 bis 5 cm.
Weniger gut passt Roborock, wenn Wischen Ihre Hauptaufgabe ist. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein durchgehendes Muster: Der Saros 10 bekam für das Wischen die Note „ungenügend“, der Saros 20 5,1, der Saros 10R 5,5, der Qrevo Curv 5,3. Die rotierenden Pads verteilen eingetrocknete Flecken eher, als dass sie sie lösen. Wer täglich in der Küche Fettspritzer und Getrocknetes hat, ist mit einem Walzensystem besser bedient – bei Roborock gibt es das bislang nur im Qrevo Curv 2 Flow, markenübergreifend etwa bei den Dreame-Aqua10-Modellen.
Worauf Sie beim Roborock-Kauf achten sollten
Bauhöhe und Sensorturm
Das ist bei Roborock die wichtigste Entscheidung. Klassische Modelle tragen einen LiDAR-Turm auf dem Deckel und kommen damit auf 9,65 cm (QV 35A, QV 35S), 9,9 cm (Q10 S5+) oder sogar 11,9 cm (Qrevo Curv 2 Flow). Die Saros-Serie und der Qrevo Curv 2 Pro versenken den Turm entweder mechanisch oder verzichten mit der kamerabasierten StarSight-Technik ganz darauf – Ergebnis: 7,95 bis 7,98 cm. Messen Sie vor dem Kauf die niedrigste Möbelunterkante in Ihrer Wohnung. Ein Zentimeter entscheidet hier darüber, ob unter dem Bett gesaugt wird oder nicht.
Saugleistung – und warum die Pa-Zahl täuscht
Roborock gibt zwischen 8.000 Pa (QV 35A) und 36.000 Pa (Saros 20) an. Diese Werte stammen vom Hersteller, werden nicht nach einer einheitlichen Norm gemessen und sagen wenig über die reale Aufnahme. Sichtbar wird das an den Messungen von SmarthomeAssistent: Der Qrevo Curv mit 18.500 Pa nahm 98,92 von 100 g Testschmutz auf Hartboden auf, der Saros 20 mit 36.000 Pa 98,45 g. Auf Hochflorteppich trennt sich das Feld stärker – dort zeigt der Saros 20 mit 71,16 g seinen Vorteil. Als Faustregel: Ab etwa 10.000 Pa ist Hartboden kein Thema mehr, mehr Leistung zahlt sich fast nur auf dickem Teppich aus.
Wischsystem
Roborock verwendet drei Bauarten. VibraRise ist ein vibrierendes Pad (Q10 S5+, Saros 10) – gut für leichten Alltagsschmutz, schwach bei Eingetrocknetem. Rotierende Doppelpads mit Anhebefunktion sind der Standard in Qrevo und Saros und arbeiten deutlich besser, vor allem, wenn sie sich zur Wand ausfahren lassen. Die Wischwalze gibt es bislang nur im Qrevo Curv 2 Flow (220 U/min, 15 N Anpressdruck) und ist die einzige Roborock-Lösung, die kontinuierlich frisches Wasser zuführt und Schmutzwasser sofort abstreift.
Station
Ohne Station (Q7 M5) müssen Sie den 400-ml-Behälter selbst leeren. Mit reiner Absaugstation (Q10 S5+) läuft der Beutel laut Hersteller bis zu sieben Wochen. Erst die All-in-One-Docks ab QV 35S waschen und trocknen die Pads. Die Spitzenmodelle waschen mit 75 bis 100 °C und dosieren Reinigungsmittel automatisch. Wie stark das die laufenden Kosten treibt, lesen Sie weiter unten – und ausführlich in unserem Ratgeber Saugroboter mit Absaugstation.
Die Roborock-Serien im Vergleich
| Serie | Typische Modelle | Station | Preisklasse |
|---|---|---|---|
| Q-Serie | Q7 M5, Q10 S5, Q10 S5+ | keine oder reine Absaugstation | ca. 150–350 € |
| Qrevo QV | QV 35A, QV 35S | All-in-One mit Padwäsche und Kaltlufttrocknung | ca. 340–400 € |
| Qrevo Master / Edge | Qrevo Master, Qrevo Edge | All-in-One mit Heißwasserwäsche | ca. 500–700 € |
| Qrevo Curv | Qrevo Curv, Curv 2 Flow, Curv 2 Pro | All-in-One, 75–100 °C, Warmlufttrocknung | ca. 600–900 € |
| Saros | Saros 10, 10R, Z70, Saros 20 | All-in-One, 80 °C, automatische Mitteldosierung | ca. 770–1.000 € |
Ehrliche Einordnung dazu: Die S-Serie (S8, S8 Pro Ultra, S8 MaxV Ultra) war jahrelang das Rückgrat der Marke, ist aber inzwischen erkennbar ein Auslaufmodell – Roborock stellt keine neuen S-Geräte mehr vor, die Rolle hat Saros übernommen. Ein S8 MaxV Ultra zum Abverkaufspreis kann trotzdem ein guter Kauf sein, die Ersatzteilversorgung läuft weiter. Ebenso gilt: Die älteren Qrevo-Varianten mit 7.000 Pa (Qrevo S, Plus, Pro, MaxV) sind technisch überholt und lohnen nur, wenn der Preis deutlich unter den aktuellen QV-Modellen liegt. Details zu den einzelnen Familien haben wir in eigenen Artikeln aufgearbeitet: Roborock Qrevo im Vergleich, Roborock Saros im Vergleich und Roborock Q-Serie.
Der Preis-Tipp: 10.000 Pa, LiDAR-Navigation und ein komplettes All-in-One-Dock mit Absaugung, Padwäsche und Wassernachfüllung für rund ein Drittel des Saros-Preises. Testberichte.de bewertet ihn mit 1,4. Mit 9,65 cm Bauhöhe passt er allerdings nicht unter niedrige Möbel.
Was ein Roborock im Betrieb kostet
Der Anschaffungspreis ist nur die halbe Rechnung. Roborock veröffentlicht als einziger großer Hersteller im S8-Handbuch klare Wechselintervalle – Hauptbürste alle 6 bis 12 Monate, Seitenbürste und Filter alle 3 bis 6 Monate, Wischpads alle 3 bis 6 Monate. Mit den offiziellen Preisen aus dem deutschen Roborock-Shop ergibt das eine belastbare Kalkulation.
- Hauptbürste: 24,99 € original, im Drittanbieter-Set deutlich weniger. Bauformen und Kompatibilität klären wir in Roborock Bürsten.
- Filter: je nach Serie 19,99 bis 32,99 €, 2–4× pro Jahr fällig – siehe Roborock Filter.
- Wischpads: Viererpack 25,99 bis 29,99 €. Welche Pads zu welcher Serie passen, steht in Roborock Wischpads.
- Staubbeutel: 18,99 € im Dreierpack, 29,99 € im Sechserpack – der größte Einzelposten. Details in Roborock Staubbeutel.
- Reinigungslösung: 19,99 € für 480 ml, bei Geräten mit automatischer Dosierung ein spürbarer Dauerposten.
Unter dem Strich: Ein Q7 M5 ohne Station kostet mit Originalteilen rund 76 bis 152 € pro Jahr, ein Q10 S5+ mit Absaugstation 121 bis 282 €, ein Saros oder Qrevo Curv mit voller Wischstation 192 bis 424 €. Mit guten Drittanbieter-Teilen sinken diese Werte um 50 bis 70 Prozent. Die vollständige Rechnung mit allen Annahmen finden Sie in Saugroboter-Folgekosten.
Häufige Fragen
Welcher Roborock ist der beste für Tierhaare?
Entscheidend ist nicht die Saugkraft, sondern die Bürstenkonstruktion. Modelle mit dem DuoDivide-Doppelwalzensystem – Qrevo Curv 2 Pro, Qrevo Edge und die gesamte Saros-Reihe – schnitten in den Haartests von SmarthomeAssistent am besten ab; beim Qrevo Curv 2 Pro und beim Saros 10 wickelte sich kein Haar auf. Der Saros Z70 geht mit einer aktiv schneidenden Hauptbürste noch einen Schritt weiter. Wer viel Hochflorteppich hat, sollte zusätzlich auf ein Modell mit Chassis-Lift achten. Mehr dazu in Saugroboter für Tierhaare.
Lohnt sich der Aufpreis von Qrevo auf Saros?
Nur wegen zwei Dingen: der Bauhöhe von 7,98 cm und der Kletterfähigkeit. Beim Saugen und Wischen liegen Qrevo Curv 2 Pro und Saros 10R in den Messungen praktisch gleichauf. Wenn Sie keine niedrigen Möbel und keine hohen Schwellen haben, sparen Sie die 200 bis 300 Euro.
Was bedeuten die Kürzel wie „S5+“, „Plus“ oder „Set“?
Ein „+“ oder „Plus“ steht bei Roborock fast immer für „mit Absaugstation“ – der Q10 S5+ ist technisch identisch mit dem Q10 S5, nur mit Dock. „Set“ beim Q7 M5 funktioniert genauso. Bei den Saros-Modellen bezeichnet ein angehängtes „X“ (Saros 20X) keine andere Technik, sondern ein Bundle mit Reinigungsmittel und Ersatzpads. Prüfen Sie also vor dem Preisvergleich, ob wirklich dasselbe im Karton liegt.
Wie lange bekomme ich Ersatzteile für ein älteres Modell?
Roborock ist hier verlässlich: Für Geräte der S7- und Q7-Generation sind Bürsten, Filter und Pads weiterhin regulär erhältlich, und der Drittanbietermarkt deckt praktisch jedes Modell ab dem Baujahr 2020 ab. Das ist ein echtes Argument für die Marke – bei kleineren Herstellern versiegt die Versorgung oft schon nach zwei bis drei Jahren.
Fazit: unsere Empfehlung
Für die meisten Haushalte ist der Saros 10R die runde Wahl: Er saugt auf Spitzenniveau, ist mit 7,98 cm flach genug für fast jede Möbelunterkante und kostet spürbar weniger als das Topmodell. Wer viel Hochflorteppich und Tiere hat, greift zum Saros 20 mit seiner höheren Saugreserve. Für Altbauwohnungen mit hohen Schwellen ist der Qrevo Curv 2 Pro die günstigere Alternative mit demselben flachen Aufbau.
Wer solide automatisieren will, ohne 800 Euro auszugeben, bekommt mit dem QV 35S für rund 340 bis 400 Euro ein komplettes All-in-One-Dock und die bewährte Roborock-Navigation. Und wer nur saugen will und den Behälter selbst leert, fährt mit dem Q7 M5 für unter 200 Euro erstaunlich weit – die Folgekosten sind dann auch nur ein Bruchteil.
Eine Einschränkung bleibt bei allen: Roborock ist eine Saugmarke. Wenn Ihr Boden vor allem gewischt werden muss, prüfen Sie zuerst den Qrevo Curv 2 Flow mit Wischwalze – und vergleichen Sie ehrlich mit dem Wettbewerb, bevor Sie sich auf die Marke festlegen. Eine Gegenüberstellung finden Sie in Roborock oder Dreame.
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