Die Saros-Reihe ist Roborocks Oberklasse und hat die alte S-Serie als Flaggschiff abgelöst. Vier Modelle stehen 2026 in Deutschland im Regal: Saros 10, Saros 10R, Saros Z70 und Saros 20 – dazu die Bundle-Variante Saros 20X und der Saros 20 Sonic. Alle sind knapp 8 cm flach, alle kosten zwischen rund 770 und 1.000 Euro, und alle unterscheiden sich in Details, die im Datenblatt harmlos aussehen und im Alltag den Unterschied machen. Dieser Vergleich ordnet die Modelle anhand belegter Testergebnisse ein und sagt offen, wo auch das Flaggschiff schwächelt.
- Alle Saros-Modelle bauen 7,95 bis 7,98 cm flach – entweder über einen versenkbaren LiDAR-Turm (Saros 10, Saros 20 Sonic) oder ganz ohne Turm über die kamerabasierte StarSight-Navigation (Saros 10R, Z70, Saros 20).
- Der zweite gemeinsame Nenner ist das AdaptiLift-Chassis: Der Roboter hebt sich um bis zu 1 cm an und überwindet damit Schwellen von 3,1 cm (Saros 10) bis 5 cm (Saros 20).
- Saugen ist die Stärke der Reihe: SmarthomeAssistent misst 98,29 g (Saros 10), 99,22 g (Saros 10R) und 98,45 g (Saros 20) von 100 g Testschmutz auf Hartboden.
- Ehrlich zur Schwäche: Das Wischen bekommt in denselben Tests 5,1 bis „ungenügend“. Die rotierenden Pads und der VibraRise-Vibrationsmopp lösen eingetrocknete Flecken nicht zuverlässig.
- Preisspanne im deutschen Handel: Saros 10 ab rund 770 €, Saros 10R um 799 €, Saros 20 um 999 €. Die Pa-Angaben (22.000 bis 36.000 Pa) sind Herstellerwerte und übersetzen sich nicht linear in Reinigungsleistung.
Unsere Empfehlung für die meisten Haushalte – bestes Verhältnis aus Leistung, Bauhöhe und Preis innerhalb der Serie:
Der flachste Roborock ohne Laserturm: 7,98 cm, StarSight-Navigation, rotierende und anhebbare Wischpads, Station mit 80 °C Heißwasserwäsche. SmarthomeAssistent vergibt 2,0 gesamt, 1,5 beim Saugen und 1,3 bei der Navigation – und mit 5,5 nur „mangelhaft“ beim Wischen. Die richtige Wahl für hartbodenlastige Wohnungen mit niedrigen Möbeln.
Für wen sich die Saros-Serie eignet
Die Saros-Reihe löst genau zwei Probleme, die günstigere Geräte nicht lösen – und beide sind bauliche Probleme, keine Reinigungsprobleme.
Das erste ist die Zugänglichkeit. Ein klassischer Saugroboter mit LiDAR-Turm misst 9,5 bis 12 cm. Genau in diesem Bereich liegt die Bodenfreiheit sehr vieler Betten, Sideboards und Sofas – der Roboter fährt an, stößt an und dreht ab. Die Saros-Modelle mit ihren knapp 8 cm kommen unter fast alles. Messen Sie einmal nach: Wenn Ihre niedrigste Möbelunterkante zwischen 8 und 10 cm liegt, ist das der Punkt, an dem sich der Aufpreis rechnet.
Das zweite ist die Türschwelle. Altbauwohnungen mit Holzschwellen, Wintergärten mit Aluprofil, Bäder mit Absatz – daran scheitern Standardgeräte ab etwa 2 cm. Das AdaptiLift-Chassis hebt den Saros an und schafft laut Herstellerangabe 3,1 cm beim Saros 10 und bis zu 5 cm beim Saros 20. Im Test von SmarthomeAssistent funktionierte das zuverlässig, wenn auch nicht in jeder Situation vollautomatisch.
Wenn Sie weder niedrige Möbel noch hohe Schwellen haben, ist Saros für Sie überteuert. Ein Qrevo Curv 2 Pro liefert bei Saugleistung und Haarhandling praktisch dieselben Werte für 100 bis 200 Euro weniger – der direkte Vergleich steht in unserem Qrevo-Vergleich.
Worauf Sie beim Saros-Kauf achten sollten
StarSight oder versenkbarer Laserturm?
Roborock löst die flache Bauform auf zwei Wegen. Der Saros 10 und der Saros 20 Sonic behalten den LiDAR-Turm, versenken ihn aber mechanisch, wenn der Roboter unter ein niedriges Möbel fährt. Vorteil: LiDAR ist bei der Kartierung nach wie vor die präziseste Technik und arbeitet auch im Dunkeln. Nachteil: mehr bewegliche Mechanik.
Saros 10R, Z70 und Saros 20 arbeiten mit StarSight – einer Kombination aus Kameras, Strukturlicht und 3D-Sensorik ohne rotierenden Turm. Im Test bewertete SmarthomeAssistent die Navigation des 10R mit 1,3 und die des Saros 20 sogar mit 1,0, es gibt also keinen erkennbaren Genauigkeitsnachteil. Praktischer Punkt für den Alltag: Ein Sensorfeld an der Front verschmutzt schneller als ein Turm auf dem Deckel und will regelmäßig abgewischt werden.
Wischsystem – der entscheidende Unterschied
Der Saros 10 setzt auf VibraRise 4.0, ein vibrierendes Pad. Diese Technik wurde im Test klar als Schwachpunkt benannt: Sie kommt gegen eingetrocknete Flecken wie Ketchup nicht an und nimmt bereits gelösten Schmutz schlecht wieder auf. Saros 10R, Z70 und Saros 20 nutzen rotierende Doppelpads mit FlexiArm-Ausfahrmechanik für Ecken und Kanten. Das ist deutlich besser, reicht aber ebenfalls nicht an ein Walzensystem heran. Wenn Wischen Ihre Hauptaufgabe ist, gehört ein Blick auf die Walzenmodelle des Wettbewerbs dazu – siehe Roborock oder Dreame.
Bürste und Haare
Alle Saros-Modelle tragen das DuoDivide-Doppelwalzensystem, das Haare zur Mitte in den Saugkanal leitet. Im Test des Saros 10 blieb kein einziges Haar hängen – auf Hartboden und auf Teppich. Der Saros Z70 geht weiter und hat eine Hauptbürste mit aktiver Schneidfunktion, die lange Haare während der Fahrt zerteilt. Dazu kommt bei ihm der ausfahrbare fünfachsige Greifarm (OmniGrip), der kleine Objekte wie Socken aufheben und wegräumen kann – eine faszinierende, aber im Alltag begrenzt nützliche Funktion.
Station und Wasseranschluss
Die Saros-Docks waschen mit 80 °C, trocknen mit Warmluft, saugen den Behälter ab und dosieren die Reinigungslösung automatisch. Für den Saros 10 gibt es zudem eine Variante mit Festwasseranschluss, die das Nachfüllen und Ausleeren komplett übernimmt – sinnvoll nur, wenn Zu- und Ablauf in Reichweite sind. Was diese Automatik an laufenden Kosten bedeutet, steht weiter unten und ausführlich in Premium-Saugroboter.
Die Saros-Modelle im Vergleich
| Modell | Saugleistung (Herstellerangabe) | Navigation | Wischsystem | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Saros 10 | 22.000 Pa | versenkbarer LiDAR-Turm | VibraRise 4.0 (Vibrationspad) | ab ca. 770 € |
| Saros 10R | rund 20.000 Pa | StarSight, turmlos | rotierende Doppelpads, anhebbar | ca. 799 € |
| Saros Z70 | 22.000 Pa | StarSight, turmlos | rotierende Doppelpads + Greifarm | ca. 900–1.000 € |
| Saros 20 | 36.000 Pa | StarSight, turmlos | rotierende Doppelpads | ca. 999 € |
Zwei Hinweise zur Modellpflege. Erstens: Der Saros 20X ist technisch identisch mit dem Saros 20 – der Unterschied liegt allein im Lieferumfang, nämlich beigelegtem Reinigungsmittel und Ersatzpads. Wenn Sie diese Teile ohnehin kaufen würden, lohnt das Bundle; sonst nicht. Zweitens: Der Saros 20 Sonic kombiniert 36.000 Pa mit dem versenkbaren LiDAR-Turm und VibraRise 5.0 und ist damit das teuerste Modell der Reihe. Wer wegen des Wischens zum Sonic greift, sollte wissen, dass die Vibrationstechnik in den bisherigen Tests der Schwachpunkt war.
Die Alternative für Teppich- und Tierhaushalte: 36.000 Pa Herstellerangabe, 7,95 cm Bauhöhe, Kletterhilfen bis 5 cm. Im Test von SmarthomeAssistent holte er 71,16 g von 100 g aus Hochflorteppich – der beste Wert der Serie – bei Gesamtnote 1,8. Beim Wischen bleibt er mit 5,1 auf Serienniveau, also schwach.
Was ein Saros im Betrieb kostet
Die Saros-Modelle haben die aufwendigsten Stationen im Roborock-Programm – und entsprechend die höchsten Folgekosten der Marke. Rechnen Sie mit rund 192 bis 424 Euro pro Jahr bei durchgängiger Verwendung von Originalteilen, mit etwa 70 bis 150 Euro, wenn Sie bei den mechanischen Verschleißteilen zu guten Drittanbietern greifen.
Die Treiber sind schnell benannt. Der Staubbeutel ist der größte Einzelposten – 18,99 € im Dreierpack, 29,99 € im Sechserpack, Wechsel je nach Haushalt alle zwei bis sechs Wochen. Welche Beutel in welches Saros-Dock gehören, steht in Roborock Staubbeutel. Die Seitenbürsten der Saros- und Curv-Modelle sind mit 19,99 € im Doppelpack teurer als bei den älteren Serien, und die DuoDivide-Hauptbürste ist eine Anti-Tangle-Konstruktion, bei der wir ausdrücklich zum Original raten, weil Nachbauten die Schneid- und Spiralgeometrie selten sauber treffen – Begründung und Bauformen in Roborock Bürsten. Dazu kommen Filter für 19,99 bis 32,99 € alle drei bis sechs Monate (Roborock Filter), Wischpads für 25,99 bis 29,99 € im Viererpack (Roborock Wischpads) und die Reinigungslösung für 19,99 € je 480 ml, die bei automatischer Dosierung spürbar schneller leer wird, als man denkt.
Die komplette Rechnung für drei typische Haushalte inklusive Drittanbieter-Vergleich finden Sie in Saugroboter-Folgekosten.
Häufige Fragen
Saros 10 oder Saros 10R – welcher ist besser?
Für die meisten der 10R. Er wischt mit rotierenden Pads statt mit Vibration, ist ohne Laserturm mechanisch einfacher und schnitt im Test bei Saugen und Navigation minimal besser ab. Der Saros 10 hat zwei Vorteile: die LiDAR-Kartierung, die im völlig dunklen Raum unabhängig von Kameras arbeitet, und die optionale Festwasser-Variante. Preislich liegen beide dicht beieinander.
Lohnt der Saros Z70 mit Greifarm?
Als Reinigungsgerät bringt der Arm wenig – er hebt leichte Einzelobjekte wie Socken oder kleine Spielzeuge auf und legt sie an einem definierten Ort ab, mit begrenzter Trefferquote. Der eigentliche Mehrwert des Z70 gegenüber dem 10R liegt in der aktiv schneidenden Hauptbürste, die für Haushalte mit sehr langen Haaren interessant ist. Wer allein wegen des Arms kauft, zahlt für ein Technologie-Statement.
Warum wischt ein 1.000-Euro-Roboter schlechter als ein 600-Euro-Gerät mit Walze?
Weil die Bauart mehr entscheidet als der Preis. Rotierende Pads nehmen Wasser auf, verteilen es und werden dabei zunehmend schmutziger, bis der Roboter zur Station fährt. Eine Wischwalze wird kontinuierlich mit Frischwasser benetzt und sofort abgestreift – der Schmutz landet also nicht wieder auf dem Boden. Roborock setzt in der Saros-Reihe bislang ausschließlich auf Pads. Das ist eine bewusste Designentscheidung, kein Sparzwang, aber sie hat in unabhängigen Tests reproduzierbar Punkte gekostet.
Wie viel Wartung braucht ein Saros wirklich?
Weniger als ältere Geräte, aber nicht keine. Die Sensorflächen der StarSight-Modelle wollen regelmäßig abgewischt werden, die Wasch-Wanne der Station setzt trotz Selbstreinigung Rückstände an, und Frisch- und Schmutzwassertank sollten mindestens monatlich ausgespült werden. Für ein Modell mit anhebbarem Chassis gilt zusätzlich: Die beweglichen Radaufhängungen sammeln Haare, die dort niemand vermutet.
Fazit: unsere Empfehlung
Innerhalb der Saros-Reihe ist der Saros 10R für die meisten Haushalte die richtige Wahl: bestes Gesamtergebnis in den vorliegenden Tests, rotierende statt vibrierende Wischpads, 7,98 cm Bauhöhe und der günstigste Einstieg in die turmlose Navigation. Wer viel Hochflorteppich oder haarende Tiere hat, greift zum Saros 20, der mit deutlichem Abstand die beste Teppichaufnahme der Serie zeigte. Wer sehr lange Haare im Haushalt hat und Wert auf die aktiv schneidende Hauptbürste legt, findet im Saros Z70 das passende Gerät – der Greifarm ist dabei Zugabe, kein Kaufgrund.
Und die ehrlichste Empfehlung zum Schluss: Wenn Sie keine niedrigen Möbel und keine hohen Türschwellen haben, sparen Sie sich die Saros-Klasse. Der Aufpreis gegenüber einem gut gewählten Qrevo-Modell kauft Ihnen Zugänglichkeit – nicht mehr Sauberkeit.
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