Vor zehn Jahren war die Frage nach dem richtigen Saugroboter im Wesentlichen die Frage „Roomba oder nicht“. 2026 stehen mindestens fünfzehn Marken im Regal, drei davon gehören zum selben Konzern, eine ist gerade insolvent geworden und eine andere hat ihren Kunden die Cloud abgeschaltet. Diese Übersicht sortiert den Markt: wer hinter welcher Marke steckt, wofür jede steht, welche Sie bedenkenlos kaufen können, bei welchen Sie genau hinschauen sollten – und von welchen Sie 2026 die Finger lassen.
- Die Spitzengruppe 2026 besteht aus Roborock, Dreame (samt Schwestermarke MOVA) und Ecovacs. Diese drei liefern die Technik, an der sich alle anderen messen. Laut IDC führt die Dreame-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 bei Absatz und Umsatz.
- iRobot/Roomba hat am 15. Dezember 2025 Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt und wurde vom bisherigen Auftragsfertiger Picea Robotics übernommen. Betrieb, Cloud, App und Ersatzteilversorgung laufen nach Angaben beider Seiten weiter – wer heute kauft, sollte die Lage aber kennen.
- Neato ist Geschichte. Die Marke wurde eingestellt, die Cloud-Dienste sind abgekündigt. Ohne Cloud bleibt vom Roboter nur ein Startknopf am Gerät. Keine Kaufempfehlung, auch nicht gebraucht.
- Vorwerk läuft ausschließlich über Direktvertrieb – kein Handel, kein Preisvergleich, keine Affiliate-Links. Medion ist die deutsche Aldi-Marke mit Lenovo im Rücken und solidem Support.
- Die zweite Reihe – eufy, Xiaomi, Narwal, Shark, Proscenic, Ultenic, Lefant, Tesvor – lohnt sich vor allem preislich. Prüfen Sie hier besonders sorgfältig, wie lange es Ersatzteile geben wird.
Unsere markenübergreifende Empfehlung für die meisten Haushalte, wenn Zuverlässigkeit im Vordergrund steht:
Warum ausgerechnet Roborock als Marken-Empfehlung: Kein anderer Hersteller kombiniert so verlässlich gute Navigation, eine aufgeräumte App und eine breite, dauerhafte Ersatzteilversorgung. Der Saros 10R fährt ohne Laserturm und damit flach genug für die meisten Möbel. In deutschen Vergleichstests 2026 eines der bestbewerteten Geräte seiner Klasse.
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Für wen sich eine Markenübersicht lohnt
Die Marke ist beim Saugroboter wichtiger als bei fast jedem anderen Haushaltsgerät – aus einem Grund, den Prospekte nie erwähnen: Ein Saugroboter ist ein Verschleißgerät mit Cloud-Anbindung. Sie brauchen über fünf Jahre Bürsten, Filter, Pads und Beutel, und Sie brauchen einen Server, der die App bedient. Fällt eines von beidem weg, ist auch ein technisch hervorragendes Gerät wertlos. Genau das ist Neato-Besitzern passiert.
Deshalb sind bei der Markenwahl drei Fragen wichtiger als jede Pa-Zahl: Wie lange gibt es Ersatzteile? Wie stabil ist der Hersteller? Und wie abhängig ist das Gerät von einem Cloud-Dienst, den der Hersteller jederzeit abschalten kann?
Worauf du bei der Markenwahl achten solltest
Ersatzteilversorgung
Die verlässlichsten Marken sind die mit langen Modellzyklen und großem Drittanbietermarkt: Roborock, Dreame, Ecovacs, Xiaomi und – überraschend – iRobot, für dessen Roomba-Serien es seit Jahren einen riesigen Zubehörmarkt gibt. Bei kleineren Marken kann es schon nach zwei Jahren eng werden. Prüfen Sie vor dem Kauf, wie viele Anbieter Bürsten und Filter für Ihr Wunschmodell listen – das ist der beste Frühindikator.
Cloud-Abhängigkeit
Praktisch jeder moderne Saugroboter braucht für App-Steuerung, Karten und Zeitpläne einen Herstellerserver. Prüfen Sie, ob das Gerät ohne Cloud noch grundlegend funktioniert und ob der Hersteller eine lokale Steuerung oder Matter-Anbindung anbietet. Marken mit Matter-Unterstützung – etwa aktuelle Modelle von Dreame und Ecovacs – sind hier im Vorteil, weil grundlegende Steuerbefehle dann auch über ein fremdes Smart-Home-System laufen.
Konzernstrukturen kennen
Mehrere Marken teilen sich Technik. MOVA gehört zu Dreame und verkauft weitgehend baugleiche Geräte günstiger. Xiaomi lässt bei mehreren Partnern fertigen, darunter historisch auch Roborock und Dreame. eufy gehört zu Anker. Das ist kein Nachteil – aber es erklärt, warum sich viele Geräte auffallend ähneln, und es heißt: Vergleichen Sie nicht nur Marken, sondern konkrete Modelle.
Die Marken im Überblick
| Marke | Steht für | Ersatzteillage | Preisklasse |
|---|---|---|---|
| Roborock | Navigation, App, flache Bauformen | sehr gut, großer Nachbaumarkt | 250–1.400 € |
| Dreame | Saugkraft, Kantenreinigung, Preis-Leistung | gut, bei neuen Modellen mit Verzögerung | 250–1.400 € |
| MOVA | Dreame-Technik unter eigenem Namen, günstiger | jung, noch dünner Markt | 300–1.400 € |
| Ecovacs | Wischwalzen, beutellose Station, Erfahrung seit 1998 | gut, Originalteile eher teuer | 250–900 € |
| iRobot / Roomba | Pionier, robuste Mechanik – aber insolvent, neu unter Picea Robotics | sehr gut (großer Altbestand), Zukunft offen | 250–1.000 € |
| eufy (Anker) | solide Mittelklasse, guter Service | gut | 200–1.100 € |
| Xiaomi | Einstiegs- und Mittelklasse, sehr gute Preise | gut, viele Nachbauten | 150–600 € |
| Narwal | Wischspezialist, eigenwilliges Stationskonzept | überwiegend Originalteile | 400–1.200 € |
| Vorwerk | Direktvertrieb, deutscher Service, Datenschutz | nur über Vorwerk | ab rund 999 € |
| Medion | Aldi-Aktionsware, deutscher Support (Lenovo-Konzern) | eigener Ersatzteilshop, wenig Nachbau | 100–450 € |
| Shark | Bürstentechnik, US-Marke mit europäischem Vertrieb | mittel | 250–800 € |
| Proscenic, Ultenic, Lefant, Tesvor | Preiseinstieg, oft baugleiche Plattformen | wechselhaft, Modelle verschwinden schnell | 120–400 € |
| Neato | eingestellt, Cloud abgekündigt – nicht kaufen | Restbestände | – |
Die drei Sonderfälle, die Sie kennen sollten
iRobot / Roomba. Am 15. Dezember 2025 hat iRobot nach 35 Jahren Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Der bisherige Auftragsfertiger Picea Robotics übernimmt das Unternehmen im Rahmen der Reorganisation vollständig – ausstehende Kredite und Fertigungsschulden werden gegen die Anteile verrechnet, die Aktie wird vom Handel genommen. Beide Seiten betonen, dass App-Funktionen, Cloud-Dienste, Firmware-Updates, Lieferketten und Handelspartnerschaften bestehen bleiben. Für Sie heißt das konkret: Ein Roomba ist kein Fehlkauf, aber es ist ein Kauf mit einer offenen Frage. Der riesige Zubehörmarkt für Roomba-Bürsten und -Filter ist unabhängig vom Hersteller und wird bleiben. Was sich mittelfristig ändern könnte, sind Cloud-Betrieb, Datenverarbeitung und die Frage, ob unter neuer Eigentümerschaft überhaupt noch neue Modelle für Europa kommen. Wenn Sie ein Gerät für die nächsten sieben Jahre suchen, würden wir 2026 eher zu einer anderen Marke greifen; wer ein günstiges Roomba-Angebot sieht und den Ersatzteilmarkt kennt, macht nichts falsch. Die konkreten Modelle haben wir in Roomba im Vergleich eingeordnet.
Neato. Der einstige Herausforderer mit der markanten D-Form gehörte zuletzt zu Vorwerk und wurde eingestellt. Im Oktober 2025 kündigte der Support die Abschaltung der Cloud-Dienste an. Danach lassen sich die Roboter nur noch per Knopf am Gerät starten – keine Zeitpläne, keine Zonen, keine Raumbefehle, keine Karten. Eine Petition von Nutzern änderte daran nichts. Kaufen Sie kein Neato-Gerät mehr, auch nicht gebraucht und auch nicht billig. Es ist zugleich das lehrreichste Beispiel der Branche dafür, was Cloud-Abhängigkeit im Ernstfall bedeutet.
Vorwerk. Die einzige Marke im deutschen Markt ohne Handelsvertrieb. Den Kobold VR7 bekommen Sie nur direkt bei Vorwerk – kein Amazon, kein Preisvergleich, keine Rabattschlacht. Wir verdienen an diesem Gerät nichts und sagen das offen; es ist trotzdem für bestimmte Haushalte die richtige Wahl. Die Details stehen in unserem Praxischeck zum Kobold VR7.
Der Preis-Tipp aus der zweiten Reihe: Xiaomi liefert für unter 400 Euro Lasernavigation, Wischfunktion und Absaugstation – in deutschen Vergleichstests 2026 mit guten Bewertungen. Kein Feature-Weltmeister, aber eine breite Ersatzteillage und eine Marke, die es in fünf Jahren sicher noch gibt.
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Was die Markenwahl im Betrieb kostet
Die Folgekosten unterscheiden sich zwischen den Marken deutlicher als die Kaufpreise – und sie entscheiden über fünf Jahre oft mehr als der Rabatt beim Kauf.
- Marken mit großem Nachbaumarkt (Roborock, iRobot, Xiaomi, Ecovacs, Dreame): Bürsten ab 8 €, Filter ab 4 €, Beutel im Set ab 1,50 € pro Stück. Jahreskosten realistisch 60–100 €.
- Marken mit fast nur Originalteilen (Vorwerk, Narwal, teils Medion): dieselben Teile kosten das Zwei- bis Dreifache. Jahreskosten eher 100–180 €.
- Beutellose Stationen (Ecovacs OmniCyclone) sparen den größten Einzelposten komplett – über fünf Jahre grob 200 €.
- Wischstationen mit Heißwasser verlangen zusätzlich Reinigungsmittel und Entkalker, je nach Marke 20–50 € pro Jahr.
Die vollständige Rechnung über alle Verschleißteile, Intervalle und Preisklassen finden Sie in Saugroboter-Folgekosten. Wer die Kosten drücken will, reinigt Bürsten und Filter konsequent nach Plan – das verdoppelt bei beiden Teilen die Standzeit.
Häufige Fragen
Welche Marke ist 2026 die sicherste Wahl?
Roborock, wenn Sie Wert auf lange Ersatzteilversorgung, stabile Software und ein Gerät legen, das einfach funktioniert. Dreame und Ecovacs sind technisch gleichauf oder voraus und oft günstiger – bei beiden sollten Sie nur die exakte Modellbezeichnung notieren, weil die Portfolios unübersichtlich sind.
Kann ich noch einen Roomba kaufen?
Ja, aber informiert. Die Insolvenz vom 15. Dezember 2025 und die Übernahme durch Picea Robotics haben den laufenden Betrieb nach Angaben beider Seiten nicht unterbrochen, und Ersatzteile für Roomba-Serien gibt es reichlich. Was niemand seriös vorhersagen kann, ist die Produktpolitik der nächsten Jahre. Bei einem guten Angebot auf ein bewährtes Modell spricht wenig dagegen; als Investition in ein Ökosystem würden wir derzeit anders entscheiden.
Sind billige Marken wie Lefant oder Tesvor brauchbar?
Für kleine Wohnungen und einfache Ansprüche ja – viele dieser Geräte nutzen dieselben Plattformen wie andere Einstiegsmodelle. Die Risiken liegen woanders: kurze Modelllebensdauer, App-Qualität, und die Frage, ob es in drei Jahren noch Filter und Bürsten gibt. Kaufen Sie hier nur, wenn Sie den Roboter als Verbrauchsgerät für drei bis vier Jahre betrachten.
Woran erkenne ich, dass eine Marke Probleme bekommt?
An drei Signalen: Das Ersatzteilangebot im offiziellen Shop dünnt aus, es kommen über ein Jahr keine neuen Modelle für Europa, und die App bekommt keine Updates mehr. Wenn zwei davon zutreffen, sollten Sie beim Neukauf vorsichtig sein – und sich als Bestandskunde rechtzeitig einen Vorrat an Verschleißteilen anlegen.
Fazit: unsere Empfehlung
Für die große Mehrheit der Käufer läuft die Markenwahl 2026 auf drei Namen hinaus. Roborock, wenn Zuverlässigkeit, App-Qualität und Ersatzteilsicherheit an erster Stelle stehen. Dreame (oder die Schwestermarke MOVA), wenn Sie das beste Verhältnis aus Ausstattung und Preis wollen und mit einem unübersichtlichen Portfolio leben können. Ecovacs, wenn Sie viel wischen und die laufenden Kosten mit einer beutellosen Station niedrig halten möchten. Details zu den Modellen finden Sie in Roborock-Saugroboter.
Darüber hinaus: Xiaomi und eufy sind verlässliche Alternativen im Einstiegs- und Mittelfeld. Vorwerk ist die richtige Wahl für alle, denen deutscher Service und Datenschutz mehr wert sind als das Datenblatt. Medion lohnt sich im Aktionspreis. Bei iRobot kaufen Sie mit offenem Ende, bei Neato gar nicht mehr.
Und die wichtigste Regel unabhängig von der Marke: Prüfen Sie vor dem Kauf, ob es Bürsten, Filter und Beutel für Ihr konkretes Modell breit und dauerhaft zu kaufen gibt. Ein Roboter, dessen Verschleißteile nach zwei Jahren nur noch schwer zu bekommen sind, ist teurer als jedes Gerät, das beim Kauf 150 Euro mehr gekostet hat.
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